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ATTACKE AUF DEUTSCHLAND /  WEST BINDUNG BEENDET / RÜCKKEHR UNMÖGLICH  – Die Solidarität der Europäer bröckelt

Trumps Handelspolitik geht vor allem gegen Berlin / Ralph Bollmann FAZ 29 4. 2018

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am vergangenen Freitag ohne die Illusion ins Weiße Haus gekommen, mit warmen Worten den amerikani­schen Präsidenten Donald Trump besänf­tigen zu können. Die geringste Rolle spielte dabei der Umstand, dass die bei­den nicht gut miteinander können. Japan, China und Frankreich werden alle von Männern geführt, die Trump notorisch beste Freunde nennt. Strafzölle blechen müssen diese trotzdem. Ein materieller Nutzen diplomatischen Scharwenzeln ist nirgends erkennbar.

Trump verletzt die Erwartung abge­klärter Politikbeobachter, er werde in An­erkenntnis der Komplexität der Verhältnisse seine politischen Überzeugungen neu ausrichten. Das passiert nicht. Er kommt immer wieder zu seinen vor mehr als 40 Jahren formierten Vorstellungen zurück: Amerika hat seine alte Stärke verlo­ren, weil es von mediokren Präsidenten geführt wurde, die zuließen, dass es von Freund und Feind über den Tisch gezo­gen wurde.

Für kaum ein Land ist das so gefähr­lich wie für Deutschland, dessen Kanzle­rin von Trump an Amerikas Handelsbi­lanzdefizit der EU erinnert wurde, zu dem Deutschland 40 Prozent beisteuert. Das klang nicht danach, also ob er die Ausnahme von den Strafzöllen auf Stahl und Aluminium verlängern wird, die am morgigen Montag ausläuft. Dann ist der Handelskrieg kaum noch abwendbar. Den Präsidenten stören dabei nicht fran­zösischer Champagner oder italienische Nudeln, ihn stören deutsche Autos. Und er hält die Bundesrepublik für den größ­ten Trittbrettfahrer bei den Verteidi­gungsausgaben.

Die Solidarität der Europäer im Um­gang mit Trump bröckelt. Beim Iran-Ab­kommen oder bei der Klimapolitik mö­gen Merkel und der französische Präsi­dent Emmanuel Macron dieselben Inter­essen haben, bei Handel und Verteidi­gung nicht. Macron wies in Washington ausdrücklich darauf hin, dass die franzö­sisch-amerikanische Handelsbilanz weit weniger unausgeglichen sei. Und bei der Verteidigung ist die Sache sowieso klar: Macron macht mit beim Militärschlag ge­gen Syrien, Deutschland nicht.

Wie nervös die Bundesregierung mitt­lerweile ist, lässt sich an ihren Verhand­lungsangeboten ablesen. Sie ist bereit, wie vergangene Woche aus Regierungs­kreisen verlautete, mit den Amerikanern über die Zölle neu zu verhandeln – zwar nicht über einzelne Sätze wie jene zehn Prozent, die Europa für amerikanische Autos verlangt. Aber über die Tarife insge­samt. Konsens ist das nicht in Europa: Das ärgert wiederum die EU-Kommissi­on und Frankreich, die eine harte Linie im Handelsstreit verfolgen. boll./wvp.

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