THEO VAN GOGH: VERY WELCOME ANNA NETREBKO ! Anna Netrebko in Wiesbaden:

Umstrittene Figur: Die russische Primadonna Anna Netrebko  – 6.5.23 FAZ

Den Auftritt von Anna Netrebko bei den Wiesbadener Maifestspielen haben rund 300 Demonstranten begleitet. Musikalisch gab es ihrem herausragenden Debüt in der konzertanten Aufführung von Verdis „Nabucco“ aber nichts zu deuteln.

Das besetzte Land, der Despot, das leidende Volk: Ein Schelm, wer das Geschehen um „Nabucco“, den biblischen Eroberer Jerusalems und heidnischen König der Babylonier, nicht in Verbindung zur Gegenwart setzt. Zumal Verdis 1842 in Mailand uraufgeführte Oper schon zu ihrer Entstehungszeit als aktuell verstanden wurde – im Sinne des Risorgimento, der „Wiedererstehung“ des italienischen Nationalstaats. Der Chor der in Babylonien gefangenen Hebräer, „Va, pensiero, sull’ali dorate“, wurde zu deren Soundtrack und zu einer der größten Freiheitshymnen der Musikgeschichte.

Die Internationalen Maifestspiele Wiesbaden nun unter ebendiesem Motto-Zitat „Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen“ politisch Gefangenen in aller Welt zu widmen, war insofern gar nicht schlecht. Dazu aber die berühmteste und derzeit umstrittenste Opernsängerin der Welt für die große Partie der Abigaille in „Nabucco“ zu engagieren, war zumindest instinktlos: Anna Netrebko, Primadonna mit russischem und österreichischem Pass, wird von der Ukraine als Putin-nahe Künstlerin nach wie vor sanktioniert,

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