NEUE PARTEIEN & DAUER-PROTEST IN ISRAEL  : Wut aus der Mittelschicht

  • Von Jochen Stahnke, Jerusalem FAZ  – -Aktualisiert am 05.02.2021-08:39

Israel erlebt eine der längsten Protestbewegungen der Geschichte. Unter den Demonstranten, die Woche für Woche vor Netanjahus Sitz zusammenkommen, sind Militärs, Spitzendiplomaten, Linke. Wird ihre neue Partei etwas ausrichten?

Auf dem Paris-Platz vor der Residenz des Ministerpräsidenten steht ein U-Boot, viele Meter lang, aufgeblasen, aus Plastik. Kleinere Versionen davon tragen die Demonstranten durch die Menschenmenge, die weiter auf die Straße geht. Eine andere Gruppe trägt rosa gefärbte israelische Nationalflaggen. Die Jüngeren hüpfen und schreien, die Älteren halten Reden vor dem Springbrunnen.

In Israel ist die mittlerweile dreiunddreißigste Protestwoche angebrochen, und auch wenn es nur noch wenige tausend sind, so gehen die Demonstrationen gegen Korruption, gegen das „System“ und für den Rücktritt Benjamin Netanjahus weiter. Eine der längsten Protestbewegungen in der Geschichte Israels kommt aus der Mittelschicht. Es sind ehemalige Militärs etwa, die gegen den möglicherweise mit Schmiergeldern abgelaufenen Ankauf deutscher U-Boote demonstrieren. Ehemalige Diplomaten nehmen an den Demonstrationen teil, viele junge Linke aus Tel Aviv, einige orientalischstämmige Juden. Im ganzen Land versammelt sich auch während der Ausgangssperre alle paar Tage die Nachbarschaft.

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