MESOPOTAMIA NEWS : DEUTSCHLAND BRAUCHT EIGENE DoC-Diplomaten mit Wurzeln in anderen Ländern !   / Mitteilung des Auswärtigen Amtes 17. April 2021

 

„Sehr geehrter Herr Fleischhauer,

wir sind seit einiger Zeit im AA mit einem Thema beschäftigt, dass Sie vielleicht interessiert: Rassismus im Auswärtigen Amt“, schrieb er mir. „In dieser Richtung sind verschiedene Akteure sehr engagiert, darunter – aber nicht ausschließlich – die ‚Diplomats of Color‘ (DoC), die im Oktober 2020 ein eigenes Heft der Mitarbeiterzeitschrift „intern AA“ bekamen, das unter dem Titel ‚Farbe bekennen’ erschien.“

Beigefügt hatte er ein PDF der Ausgabe. Er empfahl mir, dass ich mir insbesondere eines der zu Illustrationszwecken veröffentlichten Bilder näher ansehen sollte. Dazu habe es erhebliche interne Diskussionen gegeben, ohne dass davon etwas nach außen gedrungen sei.

Ich will meine Kolumne an dieser Stelle nicht vorwegnehmen. Nur so viel: Das Foto, auf das mich der Leser hinwies, das Bild eines überklebten Straßenbildes in Berlin, bei dem der Name des jüdischen Polizeivizepräsidenten Bernhard Weiß durch den von George Floyd ersetzt wurde, des Schwarzen, der in Minneapolis im Würgegriff eines Polizeibeamten starb, zeigt, dass im Kampf gegen den Rassismus gerade etwas gewaltig schief läuft.

Seit 30 Jahren gibt es in Deutschland einen Konsens, was die Erinnerung an Nationalsozialismus und Holocaust angeht. Dieser Konsens wird derzeit aufgekündigt, und zwar nicht von rechts, wie man erwarten sollte, sondern von links. Dass sich dabei ausgerechnet ein Ministerium einreiht, an dessen Spitze ein Mann steht, der von sich selbst sagt, dass er wegen Auschwitz in die Politik gegangen sei, ist eine besondere Pointe.

Herzlicher Gruß

Ihr

Jan Fleischhauer

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