MESOP : AUCH OHNE INVASION = GEHÖREN PUTIN GROSSE TEILE DER CITY FRANKFURT ? / VIA PANAMA

Frankfurt und Panama – Wer steht hinter dem Luxushotel am Opernplatz?

FRANKFURT. FAZ – 19 4. 2016 – Wem gehört eigentlich die Stadt? Die Antwort fällt gar nicht so leicht. Hinter vielen Immobilien stehen Investoren und verschachtelte Gesellschaften, deren Sitz oft außerhalb der Frankfurter Stadtgrenze liegt. Laut „Spiegel”-Informationen führt eine Spur nun auch nach Panama: Der Eigentümer des Luxushotels, das am Opernplatz entsteht, soll zum Teil eine Briefkastenfirma in Panama-Stadt sein. Wer die gegründet hat, sei nicht bekannt.

Das macht hellhörig, besonders in Zeiten, in denen die „Panama Papers” für viel Wirbel sorgen. Inzwischen weiß wohl jedes Kind, dass Briefkastenfirmen keine Briefkästen herstellen. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass internationale Unternehmen auch in Frankfurt investieren. Viele Bauherren, die in Frankfurt tätig sind, haben ihren Sitz in Luxemburg. Das Stichwort lautet „Steueroptimierung”.

Die Zeiten, in denen Eigentümer mit Vor- und Nachnamen im Grundbuch standen, sind lange vorbei. Für größere Immobilien werden oft Projektgesellschaften gegründet, die dem Namen nach mit dem Bauvorhaben verbunden sind. Das gilt auch für das Luxushotel. Im Grundbuch steht als Eigentümer die Opernplatz GmbH & Co. KG. Sie hat die gleiche Anschrift wie der Projektentwickler Cells Bauwelt: Sonnenstraße 9, München.

Die Opernplatz GmbH wurde im Februar 2010 am Amtsgericht München ins Han-delsregister eingetragen. Ihre Gesellschafter sind laut Cells jeweils zur Hälfte die Opernplatz Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH von Christian Elleke, dem Geschäftsführer von Cells Bauwelt, und die Beethoven S.ä.r.L. aus Luxemburg. Dieses Unternehmen gehört laut „Spiegel” einer anderen Gesellschaft in Luxemburg, deren alleiniger Gesellschafter besagte Briefkastenfirma Alpine Investments sei. Laut Cells möchte der Partner hinter Beethoven S.ä.r.L. seine Persönlichkeit schützen. Das russische Unterneh-men Lenhart Global Investment habe den Kontakt vermittelt. Die Herkunft sämtlicher Gelder sei überprüft worden. Alle Rechtsvorschriften sowie ethische und wirtschaftliche Standards würden eingehalten und Geschäftsbeziehungen zu zweifelhaften Partnern nicht eingegangen.

Cells Bauwelt hat das Hotelprojekt im Jahr 2010 von dem Frankfurter Entwickler Stiller Immobilien und der ING Real Estate erworben, die das Grundstück eini-• ge Jahre zuvor in einem Investorenwettbewerb von der Stadt gekauft hatten. Der Entwurf stammt von dem•rankfurter Architekturbüro Braun & Schlockermann, das die Pläne bis zur Baugenehmigung betreut hat. Dann übernahm ein Münchener Architekt. Der Baubeginn verzögerte sich bis 2013, unter anderem ging ein Nachbar gegen die Baugenehmigung vor. Außerdem gab es Streit mit Anwohnern wegen des Baulärms, eine Bürgerinitiative wandte sich gegen die Dimension der Tiefgarage. Doch das ist für ein Bauvorhaben dieser Größenordnung die übliche Begleitmusik. Anfang 2014 hieß es, das Projekt sei an einen russischen Investor veräußert worden. Dies wurde aber offiziell nicht bestätigt. Im Spätsommer soll das Hotel eröffnen. RAINER SCHULZE www.mesop.de