THEO VAN GOGH: DIE LETZTEN TAGE VON EUROPA-Rechte fürchtet WM-Krawall- : „Sind wir noch in Frankreich?“
- Von Michaela Wiegel, Paris FAZ 14.12.2022-08:31
Jubel unter dem Arc de Triomphe: Junge Männer feiern in Paris nach Marokkos Sieg über Portugal im WM-Viertelfinale. Vor dem WM-Halbfinale gegen Marokko geht in Frankreich die Sorge vor Ausschreitungen um. Dabei sind die Einwanderer aus der früheren Kolonie auf vielen Ebenen erfolgreich
Über den Champs-Élysées in Paris liegt ein Hauch von Déjà-vu. Die Einzelhändler haben die Sperrholzbeschläge für ihre Schaufenster aus den Depots geholt. Seit den wöchentlichen Gelbwesten-Protesten gibt es kaum noch ein Geschäft, das seine Auslagen nicht schützt. Viele Ladenbesitzer haben in schwere Eisenrollläden investiert.
Die Prachtavenue in der französischen Hauptstadt rüstet sich für das WM-Halbfinale Frankreich–Marokko an diesem Mittwochabend. Innenminister Gérald Darmanin hat das Polizeiaufgebot verstärken lassen. 5000 Polizisten sollen auf der vorweihnachtlich beleuchteten Avenue für Ordnung sorgen. Zum Nationalfeiertag am 14. Juli hatten 12.000 Sicherheitsbeamte die Hauptstadt gesichert. Die Furcht vor Krawallen ist auch in anderen Städten groß. „Sind wir noch in Frankreich?“, fragte der neue Parteivorsitzende der Republikaner (LR), Éric Ciotti. In Nizza seien schon nach dem Einzug ins Halbfinale Straßenbahnen und Polizisten von Fans der marokkanischen Elf attackiert worden.
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