MESOP WATCH : BERLIN = GERMANYS FAILED STATE ! rot-rot-grün !

8-1-2021 – An diesem Mittwoch tritt die wohl zynischste Corona-Regel in Kraft, die die Menschen bisher erlebt haben. Ab sofort gilt in Clubs und Diskotheken in Berlin Tanzverbot. Man kann theoretisch also noch hingehen, zahlen, sich auf einen Stuhl setzen, den DJs zuhören, aber wehe einer bewegt sich. Klingt absurd? Ist es auch. Wie Philharmonie ohne Musik, wie Restaurant ohne Speisen, wie Sportstudio ohne Training.

Bis heute durfte unter 2Gplus-Bedingungen getanzt werden, also mit Impf- oder Genesenen-Ausweis und frischem Test. Mehr Sicherheit ist im Moment nicht denkbar.

Die verächtliche Regel ist Resultat der Konferenz von Bund und Ländern in der vergangenen Woche. Da erlebten die überraschten Bürger die Wiederauferstehung der Inzidenz als maßgebliche Größe. Aber nur für sehr spezielle Bereiche. In dem Beschluss heißt es unter Punkt elf: “Spätestens ab einer Inzidenz von mehr als 350 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen werden Clubs und Diskotheken in Innenräumen geschlossen.” Draußen darf die Party also weitergehen – bei null Grad. Lacht da wer? Und Punkt zwölf lautet: “In Kreisen mit einer Inzidenz oberhalb von 350 pro 100.000 Einwohner müssen alle Kontakte reduziert werden.” Warum 350? Hat man sich ausgedacht. Wissenschaftsbasiert ist das nicht.

Doch was passiert eigentlich, wenn die 350 wieder unterschritten werden? Die Antwort: nichts. Berlin etwa hat sich auch deshalb mit dem abstrusen Tanzverbot beeilt – gegen die komplette Schließung gab es rechtliche Bedenken –, weil der Inzidenzwert am Tag der Ministerpräsidentenrunde schon bei 361 lag – Tendenz fallend. Inzwischen liegt er unter 350 – Tendenz immer noch fallend. In NRW wurden die Clubs gerade ganz zugemacht, obwohl man noch längst nicht bei der 350er-Marke angelangt war. NRW liegt bei etwa 300. Mit der Hospitalisierungsinzidenz, dem eigentlich zentralen Richtwert, lässt sich auch nicht argumentieren. Der liegt in NRW bei 4,4 und in Berlin bei 4,7. Erst ab einem Wert von 6 sollten Maßnahmen dieser Art eigentlich erst erwogen werden. Die Politik zieht sich darauf zurück, dass die Einschränkungen “spätestens” ab einem Wert von 350 erfolgen müssten. So steht es in dem Beschluss.

Doch wer ein “Spätestens” in die eine Richtung formuliert, muss aus Respekt und gerade in Berlin aus Rücksicht vor dem Sektor, der die Stadt zu jener strahlkräftigen Metropole gemacht hat, die sie vor Corona war, auch ein “Spätestens” in die andere Richtung definieren. Mit dem Tanzverbot für Geimpfte mit Test, das kein Ablaufdatum oder keinen Schwellenwert hin zum Besseren kennt, dokumentiert die Politik, was ihr dieser Sektor wirklich wert ist: nichts. Der Glaube des Berliner Senats, dass sich das Nachtleben schon wieder erholen würde, ist naiv. Schon vor dem Tanzverbot waren die Veränderungen zum Schlechteren unübersehbar – etwa durch extrem gestiegene Eintrittspreise, die sich viele nicht mehr leisten können. In Madrid und Kiew geht die Party nun weiter. Dort jubelt man schon. Berlin nightlife is over.

 

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