MESOPOTAMIA NEWS : ROT CHINA GREIFT GEZIELT NACH DEUTSCHLAND – DA HELFEN KEINE REGENBOGEN-FAHNEN
Schwierige Zusammenarbeit : Wie China die Wissenschaft für seine Politik nutzt
- Von Anna Schiller FAZ – 30.06.2021-14:34 – Einflussversuche der Regierung auf Universitäten und Forschungsinstitute in Deutschland häufen sich. Es geht auch um den Export der eigenen Zensurstandards.
Als in Budapest jüngst mehrere Tausend Demonstranten auf die Straße gingen, um gegen den Bau eines Außencampus der chinesischen Fudan-Universität zu protestieren, geriet Ungarns Präsident Orbán in Erklärungsnot. Nach einem Bericht des ungarischen Investigativportals Direkt36 soll der Bau bei einem Staatsbesuch des chinesischen Außenministers Wang Yi mit ranghohen Vertretern der ungarischen Regierung besprochen worden sein. Tamás Matura, Leiter des Central and Eastern European Centre for Asian Studies, sieht den Bau kritisch: „Das Jahresbudget ist höher als die Gesamtausgaben aller ungarischen Universitäten zusammen, daher kann Fudan die besten Studenten und Professoren aus der gesamten Region abwerben.“
Das Projekt steht sinnbildlich für ein neues Selbstverständnis der chinesischen Regierung in den Wissenschaftsbeziehungen mit dem Ausland. Auch deutsche Forschungsinstitutionen berichten, dass sich chinesische Partner ihnen gegenüber in den letzten Jahren deutlich selbstbewusster, gar überheblich, gebaren würden. Aus Angst vor negativen Konsequenzen für die eigenen Projekte mit China möchte jedoch niemand öffentlich darüber sprechen. In vielen Forschungsgebieten ist das chinesische Selbstbewusstsein durchaus gerechtfertigt: Beispielsweise bei der Künstlichen Intelligenz sind chinesische Einrichtungen im weltweiten Vergleich Spitzenreiter. Wissenschaftskooperation wird auf chinesischer Seite jedoch nicht mehr als reiner Selbstzweck in einer globalen Forschungsgemeinschaft gesehen. Stattdessen agierten chinesische Forschungseinrichtungen auch in der Zusammenarbeit mit deutschen Partnern in den vergangenen Jahren stärker interessenorientiert.
Chinesische Sanktionen: Wer Pekings Lied nicht singt, wird bestraft
- Von Friederike Böge und Michaela Wiegel – -Aktualisiert am 24.03.2021-08:31
Chinas Gegensanktionen nach den EU-Strafmaßnahmen treffen einige der besten Kenner des Landes und führende Stimmen der Chinadebatte in Europa. Peking will sie mundtot machen.
Das Mercator Institute for China Studies (Merics) in Berlin ist nicht für überkritische China-Berichte bekannt. Die Studien des größten Forschungsinstituts zu China in Europa tragen nüchterne Titel wie „Peking füllt die Lücke, die Brüssel auf dem Westbalkan hinterlassen hat“ oder „Covid-19-Kontaktverfolgungsapps: Warum sie in China so populär sind“. Wer sich in Europa ernsthaft für die Volksrepublik interessiert, kommt an Merics nicht vorbei. Auch europäische Politiker berufen sich auf die Analysen, die ein differenziertes Chinabild zeichnen.
Dennoch hat die chinesische Regierung jetzt Sanktionen gegen Merics verhängt. Die Parteizeitung „Global Times“ beschreibt das Ziel der Maßnahme so: „Die Verbindungen (von Merics) zu China abzuschneiden bedeutet, dass dessen Forschungskanäle kaum mehr zukunftsfähig sein werden und sein Einfluss erheblich abnehmen wird.“ Im Klartext: Peking will entscheiden, wer in Europa wie über China redet oder schreibt.
Mehr via www.mesop.de