PROTESTE IN FRANKREICH:„Inakzeptable Gewalt gegen die Ordnungshüter“
MESOPOTAMIA NEWS : …. WIEDER KRÄHT DER GALLISCHE HAHN ! (MARX)
- VON MICHAELA WIEGEL, PARIS FAZ 29 Nov 2020
Nach brutaler Polizeigewalt demonstrieren in Frankreich mehr als Hunderttausend Menschen gegen ein umstrittenes Gesetz zum Schutz der Polizei. Die Gewalt schlägt um – gegen die Ordnungshüter.
2 Polizisten sind bei den Großdemonstrationen für die Pressefreiheit am Samstag in Frankreich verletzt worden. Allein in der Hauptstadt Paris erlitten 23 Ordnungshüter Verletzungen durch gewaltbereite Krawallmacher, die nach Auflösung des Protestmarsches zwischen dem Platz der Republik und dem Bastille-Platz randalierten.
Die Aufnahme eines Polizisten mit aufgeschlagenen Zähnen, aufgequollener Lippe und blutigem Kinn wurde von der größten Polizeigewerkschaft Unité SGP Police FO in den sozialen Netzwerken verbreitet. „Ein Polizist wurde verprügelt, andere erlitten Verbrennungen, etliche sind trotz ihres Schutzhelms bewusstlos geschlagen worden“, entrüstete sich die Gewerkschaftsdelegierte Linda Kebbab, Autorin des Buches „Hüterin der Ordnung und der Revolte“.
Innenminister Gérald Darmanin verurteilte „die inakzeptable Gewalt gegen die Ordnungshüter“. Grund für die Demonstrationen ist das in erster Lesung beschlossene „globale Sicherheitsgesetz“, das der Innenminister zum Schutz der Polizei auf den Weg gebracht hat. Die Kritik richtet sich gegen Artikel 24, mit dem Aufnahmen von Polizisten im Einsatz stark reglementiert und die Pressefreiheit eingeschränkt werden. Angefacht wurden die Proteste von zwei neuen Fällen von Polizeigewalt, die durch Videoaufnahmen bekannt geworden waren. Unter Artikel 24 wäre die Verbreitung der entlarvenden Videoaufnahmen
Die Szenen von brennenden Mülleimern, zertrümmerten Schaufenstern und Tränengaswolken in der Hauptstadt erinnerten an die Gewaltausbrüche während der monatelangen Gelbwesten-Proteste. 81 mutmaßliche Unruhestifter wurden festgenommen. Die Gewalt überschattete die friedlichen Demonstrationen, an denen in Paris, Straßburg, Bordeaux, Lyon, Marseille, Nantes, Montpellier und weiteren Städten laut Innenministerium 130.000 Menschen teilnahmen. Die Angaben über die Anzahl der Teilnehmenden gingen weit auseinander. Die Veranstalter sprachen von einer halben Million Menschen. In Paris seien 200.000 Demonstranten auf die Straße gegangen, teilten die Journalistengewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen mit, die zu dem „Marsch der Freiheiten” aufgerufen hatten.