MESOPOTAMIA NEWS : Erdoğan kündigt Syrien-Gipfel mit Europäern an –

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Türkei wollen im Februar in Istanbul über Syrien beraten. Das erklärte am Donnerstag der türkische Präsident Erdoğan.

  1. Dezember 2019, 19:13 Uhr – Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, dpa,

Vergangenen Dienstag hatten sich am Rand des Nato-Gipfels in London Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und der britische Premier Boris Johnson mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan getroffen. Das Thema war die Krise in Syrien. Diesen Donnerstag erklärte Erdoğan, dass es im Februar zu Syrien erneut einen Vierergipfel mit ihm, Merkel, Macron und Johnson geben werde. Das Treffen soll in Istanbul stattfinden. “Wir haben vereinbart, einen solchen Vierergipfel mindestens einmal pro Jahr abzuhalten”, sagte Erdoğan laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu.

 

Kanzlerin Merkel hatte das Treffen in London positiv bewertet. Es könne “aber nur der Anfang eines längeren Diskussionsprozesses sein”, der fortgesetzt werden solle, sagte die Kanzlerin am Dienstag nach der Begegnung in der britischen Hauptstadt.

Das Verhältnis zu Nato ist angespannt

Die Türkei war Anfang Oktober in Nordostsyrien einmarschiert. Bei den Nato-Partnern stieß der Alleingang auf scharfe Kritik. Die Türkei verlangt von der Nato, die syrische Kurdenmiliz YPG, die sie in Syrien bekämpft, als Terrororganisation einzustufen. Zwischenzeitlich machte sie sogar ihre Zustimmung für eine Weiterentwicklung von Verteidigungsplänen in Osteuropa davon abhängig. Am Dienstag hatte die Türkei ihre Blockadehaltung dann plötzlich aufgegeben. Erdoğan sagte laut Anadolu dazu, die Türkei habe zugestimmt, weil die Nato die Unterstützung seines Landes wolle. “Ihr dürft uns im Kampf gegen den Terror aber nicht alleinlassen.”

Das Verhältnis der Türkei zu ihren westlichen Nato-Partnern ist schon länger angespannt. Die kurdische YPG hatte mithilfe des US-Militärs und anderer Nato-Staaten die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) in Nordsyrien erfolgreich bekämpft. Die Türkei betrachtet die Präsenz der YPG an ihrer Grenze aber als Bedrohung und ist schon wiederholt gegen sie vorgegangen. Erdoğan sagte, dass die Nato-Partner zwar beteuerten, sie seien gegen den Terror, es aber aus seiner Sicht keine Bemühungen im Kampf gegen Terrorismus gebe. Weil Erdoğan außerdem das Waffensystem S-400 in Russland einkauft, ist die Türkei als Nato-Mitglied in der Allianz umstritten.

 

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