THEO VAN GOGH: ZURÜCK ZUR AUTARKIE ? (REDUKTION VERLANGEN HEUTE DIE GLOBALISTEN VON GESTERN)
DEUTSCHE KONZERNE: Machtkampf um die China-Interessen
- CHRISTOPH HEIN, SINGAPUR – FAZ- 111.2022- Die Asien-Pazifik-Konferenz ist von Konflikten überlagert. Deutsche Spitzenmanager müssen ihre China-Politik rechtfertigen.
Die 17. Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft (APK), die jetzt in Singapur zusammentritt,
ächzt unter Spannungen. Vordergründig geht es um eine Strategie für den Wachstumsmarkt Asien. Hinter den Kulissen aber tobt ein Machtkampf um die China-Positionierung und die Geschäftsinteressen der fünf deutschen Großinvestoren, auf die ein Drittel aller Direktinvestitionen aus der EU in China entfallen: BASF, Volkswagen, Daimler, BMW und Siemens. Sie fühlen sich vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) nicht vertreten, da der eine kritischere Haltung gegenüber der Volksrepublik an den Tag legt.
Nach den Erfahrungen mit der eisernen Faust Pekings und der selbstverschuldeten Abhängigkeit von russischem Gas geht es am Ende um die Frage, wie in einer aggressiveren Welt Großrisiken durch überzogene Abhängigkeiten vermieden werden können. Sie lauern an beiden Enden der Handelskette: in dem Vertrauen auf wenige Lieferanten, etwa beim Einkauf seltener Erden oder von Halbleitern. Sie drohen aber auch in der Abhängigkeit von Märkten, die eine solche Größe erreicht haben, dass sie unverzichtbar werden. Beides macht erpressbar. Nur schlechte Kaufleute liefern sich einem Markt oder einem Lieferanten aus.