THEO VAN GOGH WORLDWATCH: DAFÜR ABER WERDEN WIR IN DER UKRAINE STÄRKER ! / KEIN URAN MEHR FÜR MACRON AUS GABUN
Putsch in Gabun : Wieder eine frühere Kolonie Frankreichs
Ein Kommentar von Nikolas Busse FAZ -Aktualisiert am 30.08.2023-16:45
Die Putschisten in Gabun verkünden im staatlichen Fernsehen die Machtübernahme
Auch der nun unter Hausarrest stehende Präsident Gabuns war ein enger Verbündeter von Paris. Die Entwicklung spiegelt den allgemeinen Bedeutungsverlust Europas in Afrika wider.
Auch im Fall Gabuns sind die Umstände, die zum Putsch führten, nicht ganz leicht zu durchschauen. Es gab eine Wahl, die unter dem Verdacht der Manipulation steht; gegen die herrschende Dynastie gibt es die üblichen Korruptionsvorwürfe, ihre Macht war schon länger brüchig.
Aber wie anderswo in Afrika ist das Militär kein Garant für demokratische oder rechtsstaatliche Prozesse, es verfolgt eigene Interessen. Im Augenblick bringt es erst einmal Instabilität in ein Land, das bisher als halbwegs stabil galt.
Einfluss nach der Unabhängigkeit
Afrika hat im vergangenen Jahrhundert deutlich mehr Putsche erlebt als heute. Deshalb wird man abwarten müssen, ob die jüngste Zunahme, die ja vor allem das von Aufständen geprägte Westafrika betrifft, wirklich eine Trendwende ist. Auffällig ist aber die Häufung in früheren französischen Kolonien. Auch in Gabun war der nun unter Hausarrest gestellte Präsident ein enger Verbündeter Frankreichs. Mehr als andere hat Paris versucht, die Geschicke seiner Kolonien nach der Unabhängigkeit weiter zu beeinflussen.
Dass Macrons Versuch, partnerschaftlichere Beziehungen zu etablieren, nicht gelingt, ist auch eine Folge des allgemeinen Bedeutungsverlusts, den nicht nur diese europäische Macht in Afrika erleidet. Die Lage ist ein „großes Thema für Europa“, da hat der EU-Außenbeauftragte recht. Mit Sanktionen, wie Borrell sie für Niger vorschlägt, ist es aber nicht getan.