THEO VAN GOGH WATCH: NUR OLIGARCHEN ALLER LÄNDER VERLIEREN NIE!

Abramowitschs Kunstsammlung : Drei Lehren aus den Sanktionstricks des Oligarchen

Roman Abramowitsch und Daria Schukowa im Juni 2013 auf der Kunstmesse „Art Basel“

Was lässt sich daraus lernen, dass Roman Abramowitsch seine gigantische Kunstsammlung wohl geschickt vor den Sanktionen gegen ihn schützte? Nichts Erfreuliches.

Die jüngsten Enthüllungen über den russischen Oligarchen Roman Abramowitsch – der seinen Reichtum der Nähe zu Putin verdankt, vor allem in Großbritannien wirtschaftlich reüssierte, heute dort ebenso wie in der EU unter Sanktionen steht, aber mit einem israelischen und portugiesischen Pass ausgestattet ist – führen zwei wohlbekannte Wahrheiten vor Augen: wie vorteilhaft es ist, sich nach einer Scheidung geschäftlich gut mit der Ex-Frau zu stellen, und wie undurchsichtig es hinter den glatten Kulissen an der Spitze des Kunstmarkts zugehen kann – dort, wo Schiebereien großen Stils stattfinden, wo Kunst als Trophäe, Vermögensspeicher und Anlage für Superreiche dient, wo Geld gewaschen, versteckt und Eigentum verschleiert wird.

Schon das Datenleak der „Panama Papers“ zeigte, dass Systeme aus Offshore-Firmen dazu dienen, Kunstbesitz zu verbergen. Nun lassen die ge­leak­ten „Oligarch Papers“ des zyprischen Offshore-Finanzdienstleisters Merit Servus, in die ein Dutzend internationaler Medienhäuser, darunter das ZDF und der „Spiegel“, Einsicht nehmen konnten, erahnen, wie Abramowitsch das Milliardenspiel im Angesicht drohender Sanktionen spielte – und zwar wohl schon Tage vor dem Einfall Russlands in die Ukraine.