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Hat Innenministerin Details verdreht? – Internes Schreiben erhöht Druck auf Faeser in Schönbohm-Affäre

Dienstag, 26.09.2023, 09:58 FOCUS

Seit Wochen steht Nancy Faeser wegen der Abberufung des ehemaligen BSI-Chefs Arne Schönbohm in der Kritik. Nun legen neue Enthüllungen nahe, dass die Bundesinnenministerin das Parlament getäuscht haben könnte.

Innenministerin Nancy Faeser äußerte sich bei einer Befragung vor dem Bundestag abwertend über den ehemaligen BSI-Chef Arne Schönbohm. So sagte sie: „Die Gründe für die Abberufung Arne Schönbohms reichten deutlich weiter zurück. Bereits vor meinem Amtsantritt und unter verschiedenen Innenministern der Union gab es immer wieder Beanstandungen der Fachaufsicht, also meines Ministeriums, hinsichtlich der Amtsausübung durch Schönbohm.“

Internes Schreiben widerlegt Faesers Aussagen

Diese Aussage hat im Innenministerium für Verwunderung gesorgt. Denn Schönbohm galt intern als kompetenter Kollege. Staatssekretär Markus Richter, der unter Faesers Vorgänger Horst Seehofer (CSU), Chef der Fachaufsicht war, hatte ein ganz anderes Bild von Schönbohm.

In einem Schreiben vom 28. Januar 2021, welches FOCUS online vorliegt, schrieb er an Schönbohm: „Ihre Unterstützung und hochkompetente Zuarbeit waren ein maßgeblicher Beitrag, der mir die Einarbeitung erleichtert hat. Ich schätze Ihre herausragende Expertise, Ihr unermüdliches Engagement und die offene Kommunikation.“ Zuerst hatte die „Bild“ über diesen Brief berichtet.

Pikant: Markus Richter, der hier lobende Worte findet, ist von Schönbohm ebenfalls angeklagt worden. Denn seine zivilrechtliche Klage betrifft nicht nur Faeser, sondern Schönbohm hat diese auf die gesamte Spitze des Ministeriums ausgeweitet. Somit auch auf die Staatssekretäre Hans-Georg Engelke und Markus Richter sowie Abteilungsleiter Martin von Simson.