THEO VAN GOGH WATCH: FÜR GALILEI KEIN PLATZ UNTER DER PRIDE FLAG- «Die Kiwi hat keine Gender-Identität»: Wie der Berliner Humboldt-Universität der Geschlechter-Streit entglitten ist

Das ist passiert: Der Anfang Juli abgesagte Vortrag der Biologin Marie-Luise Vollbrecht mit dem Titel «Geschlecht ist nicht (Ge)schlecht: Sex, Gender und warum es in der Biologie zwei Geschlechter gibt» hat nicht nur an der Berliner Humboldt-Universität eine Debatte über die Freiheit der Wissenschaft ausgelöst. Zwölf Tage später hat Vollbrecht ihren Vortrag nachgeholt, während vor dem Gebäude Aktivisten protestieren. «Kein Platz für Transphobie», steht auf ihren Plakaten. Die Einladung zur Podiumsdiskussion, der auch Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger zugeschaltet war, lehnte die Doktorandin ab. Sie sieht sich einer Rufmord-Kampagne ausgesetzt und hat einen Spendenaufruf gestartet.

Darum ist es wichtig: Für ihre Gegner ist sie «transphob», für ihre Anhänger eine Heldin des gesunden Menschenverstands. Eine Doktorandin, die eigentlich über Fische forscht, gerät zwischen die Fronten der Gender-Debatte. Was folgt, ist ein diskursives Trauerspiel, bei dem auch die Bundesbildungsministerin nicht gut aussieht. Die Gelegenheit, sich klar und deutlich für die Redefreiheit auszusprechen und sich gegen «Cancel Culture» in der Wissenschaft zu stellen, lässt Bettina Stark-Watzinger dabei ungenutzt verstreichen. Man möchte Beiträge künftig «besser screenen» und die Auswahl der Beiträge optimieren, kündigt der Präsident der Universität an. Zum Bericht