THEO VAN GOGH WATCH : DEUTSCHLAND IST „NICHT! RASSISTISCH / UMFRAGE

24-9-22 – Im Juli 2020 beschloss der Bundestag, der Frage nachzugehen, wie rassistisch die Deutschen sind. Den Auftrag für den Aufbau eines “Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors” erhielt das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung in Berlin, kurz DeZim, das darauf 5000 Menschen zu ihren Einstellungen befragte. 

Das Ergebnis war ermutigend. Knapp die Hälfte der Befragten gab an, in den vergangenen fünf Jahren einer rassistischen Aussage widersprochen zu haben. Jeder dritte sagte, er würde an einer Demonstration gegen Rassismus teilnehmen, jeder zehnte hatte es bereits getan.

Ein weltoffenes und tolerantes Land, in dem die überwältigende Mehrheit der Bürger (90 Prozent) der Meinung ist, dass alle Menschen die gleichen Chancen haben sollten, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Hautfarbe: So stellt sich die Bundesrepublik im Lichte der Rassismusforschung dar.

Aber so konnte es das DeZim nicht stehen lassen. Die Autoren beklagten vielmehr, dass bei der Hälfte der Bevölkerung „Reflexe der Abwehr und eine damit einhergehende Bagatellisierung von Rassismus“ zu beobachten seien. Wie sie zu diesem Befund kamen? Sie hatten den Befragten unter anderem folgende Aussage vorgelegt: „Es ist absurd, dass einem Rassismus unterstellt wird, wenn man lediglich fragt, wo jemand herkommt.« 63,4 Prozent stimmten dem zu. Das reichte für den düsteren Befund. So ist das eben, wenn man überall Diskriminierung wittert: Dann ist es bereits Rassismus, wenn sich jemand für die Lebensgeschichte seiner Mitmenschen interessiert.
Das DeZIM beschäftigt inzwischen 167 Mitarbeiter, allein die Fördermittel des Bundesfamilienministeriums belaufen sich im Jahr 2022 auf 14,6 Millionen Euro. “Man sollte davon ausgehen, dass das Institut einen unvoreingenommenen Blick auf die Lage im Land wirft”, schreibt der “Spiegel”-Redakteur Rene Pfister, von dem ich die Sache habe. “In dieser ersten großen Studie zum Thema Rassismus in Deutschland aber erkennt man die Absicht, den Bürgern finstere Motive zu unterstellen.”
Die Geschichte ist etwas untergegangen, dabei verdient sie Beachtung, wie ich finde. Daher habe ich sie in meiner Kolumne noch einmal ausgebreitet.
Herzlicher Gruß
Ihr

Jan Fleischhauer