THEO VAN GOGH WATCH: DER NEUE DIGITALE BLOCKWART – RENAISSANCE
Ist Denunziation eine deutsche Untugend? Wenn diese Untugend auch noch staatlich finanziert und gefördert wird, nähern wir uns den Zuständen zweier Diktaturen, die unser Land bereits leidvoll erfahren musste. Gastbeitrag von Meinrad Müller
Sogenannte „Meldeportale“ im Internet, besser „Meldesysteme“ genannt, schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Jeder darf, ja soll „melden“, was ihm nicht passt. Im Mittelpunkt steht dabei der staatlich finanzierte „Kampf gegen rechts“. Die Meldung, dass ein schutzsuchender Messerstecher aktiv wurde, ist nicht erwünscht. Linke Gewalt scheint es nicht zu geben.
Die alarmierende Entstehung einer Denunziationskultur
Die Entstehung einer neuen Denunziationskultur in Deutschland ist alarmierend. Steuerfinanzierte Online-Meldeportale sind nicht nur Symptom, sondern auch Katalysator dieser gefährlichen Entwicklung. Erleben wir eine neue Stasi?
Die finanzielle Unterstützung dieser Meldestellen ist nicht nur exzessiv, sondern auch gefährlich. Sie schafft einen Teufelskreis, in dem die Zahl der Meldungen direkt zur weiteren Finanzierung führt. Dies ist ein monetärer Anreiz für eine Überwachungs- und Denunziationskultur. Meldeportale stehen in Konkurrenz zueinander. Wer mehr Meldungen sammelt, bekommt mehr Geld vom Staat und kann damit weitere „Mitarbeiter“ ernähren. So fördert der Berliner Senat diese Projekte mit 830.000 Euro.