THEO VAN GOGH WATCH: Corona-Impfstoffe: Der Einfluss der Pharmaindustrie war zu groß!
Artikel von Meike Schwarz • Vor 1 Std.ZEIT ONLINE 10-2-23
Immer deutlicher zeigt sich, wie massiv Impfstoffhersteller die Freigabe von Patenten auf Covid-19-Impfstoffe und Kampagnen zur gerechten Verteilung torpediert haben.
Die Corona-Impfstoffe wurden nach der Markteinführung global höchst ungerecht verteilt. Hier kritisiert Meike Schwarz von Ärzte ohne Grenzen die Rolle, die die Pharmaindustrie dabei gespielt hat.
Seit Beginn der Corona-Pandemie fordern die Weltgesundheitsorganisation WHO, viele Länder und Wissenschaftler sowie zahlreiche Nichtregierungsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen eine gerechte Verteilung von Covid-19-Gesundheitsprodukten. Das Mantra war: “Die Pandemie ist erst vorbei, wenn sie für alle vorbei ist.” Damit sollte vor allem deutlich gemacht werden, dass es reichen Ländern langfristig nicht hilft, nur ihre eigenen Interessen zu verfolgen – sondern, dass nur mit einer global gerecht organisierten Verteilung von Atemschutzmasken, Tests und Impfstoffen die Pandemie überwunden werden könne.
Zu Beginn der Pandemie gab es noch Hoffnung darauf, dass das gelingen könne. So beteuerte Angela Merkel im April 2020 etwa, dass ein zukünftiger Corona-Impfstoff ein globales öffentliches Gut sein müsse. Die Hoffnungen aber zerschlugen sich schnell. Die Verteilung des Impfstoffs verlief global hochgradig ungerecht, was furchtbare Schäden mit sich brachte: Laut einer Studie des Imperial Colleges in London hätte man den Tod von schätzungsweise rund 600.000 Menschen verhindern können, wenn man das Ziel der WHO, nämlich bis Ende 2021 in jedem Land 40 Prozent der Bevölkerung mit einem oder mehreren Covid-19-Impfdosen zu versorgen, erreicht hätte.