THEO VAN GOGH WATCH : BURN BABY BURN! – SchwedenIraker kündigt weitere Koranverbrennung an

Stand: 30.06.2023 09:12 Uhr MESOP MIDEAST WATCH NEWS / EXPRESSEN

Der Iraker, der am Mittwoch im schwedischen Stockholm Seiten aus dem Koran verbrannt hat, hat weitere Aktionen dieser Art angekündigt. In der muslimischen Welt hat die Verbrennung massive Kritik ausgelöst.

Trotz heftigen Protests muslimisch geprägter Staaten gegen eine Koran-Verbrennung in Schweden hat der dafür verantwortliche Mann weitere Aktionen angekündigt. Der gebürtige Iraker hatte bereits am Mittwoch vor der Großen Moschee in Stockholm einige Seiten des Korans verbrannt.

Im Interview mit der Zeitung “Expressen” kündigte der 37-Jährige an, er werde “innerhalb von zehn Tagen die irakische Flagge und den Koran vor der irakischen Botschaft in Stockholm verbrennen”. Dass die Verbrennung vom Mittwoch, dem ersten Tag des islamischen Opferfestes Eid al-Adha, Gegenreaktionen auslösen werde, habe er gewusst. Es handele sich aus seiner Sicht aber nicht um ein “Hassverbrechen” oder “Hetze gegen eine Gruppe”, sondern falle unter die Meinungsfreiheit. Der Mann war selbst aus dem Irak nach Schweden geflüchtet.

Die Aktion war von der Polizei genehmigt worden, nachdem ein Gericht in Stockholm im April entschieden hatte, ein Verbot von Verbrennungen des Koran bei Protestaktionen sei rechtswidrig. Trotzdem hat die schwedische Polizei gegen den Iraker Ermittlungen wegen “Hetze gegen eine ethnische Gruppe” eingeleitet, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Iran und Irak bestellen schwedische Vertreter ein

Als Reaktion auf die Verbrennung haben der Irak und der Iran jeweils den Vertreter der schwedischen Regierung in ihrem Land einbestellt.

Der iranische Außenminister warnte auf Twitter: “Der Westen verbrennt sich nur die Finger.” Demokratie und Freiheit für solche Aktionen zu missbrauchen werde nur Terrorismus und Extremismus anheizen. Aus seinem Ministerium hieß es darüber hinaus, die Verbrennung sei angesichts des muslimischen Opferfests und der Wallfahrt Hadsch besonders beleidigend.

Zuvor hatten sich in der irakischen Hauptstadt Bagdad bereits Protestierende vor der schwedischen Botschaft versammelt. Mit erhobenen Ausgaben des Korans forderten sie die Ausweisung des schwedischen Botschafters, wie lokale Medien berichteten. Der einflussreiche Schiitenführer Muktada al-Sadr soll zu dem Protest aufgerufen haben.