THEO VAN GOGH: VERY WELL DONE, GENTLEMEN ! INDIGENE KLIMAAKTIVISTEN KLEBEN WEISSE FEST!

Indigene halten Touristen aus Protest gegen Ölverschmutzung fest – Deutscher dabei

DIE WELT – 5-11-22

Eine indigene Gemeinschaft im Urwald von Peru hat nach eigenen Angaben Bootstouristen festgesetzt, um gegen eine Ölverschmutzung zu protestieren. Ihr Oberhaupt Wadson Trujillo sagte, unter den 98 Reisenden seien 23 Touristen aus Deutschland, USA, Großbritannien, Spanien und Frankreich.

Die dpa sprach von 70 festgehaltenen Touristen. Sie seien mit dem Schiff „Eduardo 11“ auf dem Fluss Maronon unterwegs gewesen und am Donnerstag von Einwohnern der Siedlung Cuninico gestoppt worden. Alle seien bei guter Gesundheit. Insgesamt wurden auf verschiedenen Schiffen seit rund 24 Stunden sogar 150 Menschen festgehalten, wie der Radiosender RPP berichtete.

Mit der Aktion wollten die Ureinwohner „die Aufmerksamkeit eines Staates“ auf sich lenken, der sich acht Jahre nicht um ihre Anliegen gekümmert habe, sagte Trujillo der Nachrichtenagentur AP per Telefon. „In den kommenden Stunden“ werde man der Reisegruppe erlauben, ihre Fahrt fortzusetzen.

Die Regierung von Präsident Pedro Castillo bat er, einen Notstand in dem Gebiet auszurufen, um die Ölverschmutzung und ihre Folgen zu bekämpfen. Diese halte seit 2014 an und die Menschen seien gezwungen, mit Petroleum belastetes Wasser zu trinken und kontaminierten Fisch zu essen. Dabei seien die Menschen darauf angewiesen, sich aus dem Fluss ernähren zu können.

Nicht nur die 1000 Menschen in seiner Siedlung seien von der Ölverschmutzung betroffen, sondern auch noch fast 80 weitere Gemeinschaften am Fluss.

Das peruanische Gesundheitsministerium ließ 2016 Blutproben von Menschen der Region untersuchen. In rund der Hälfte der Tests wurden Kadmium und Quecksilber über den von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Werten festgestellt. „Die Kinder haben Gift im Blut. Die Menschen haben Bauchschmerzen – jeden Tag“, sagte Trujillo.

Die Regierung äußerte sich zunächst nicht zu der Festsetzung der Reisenden, die auf dem Weg von Yurimaguas nach Iquitos waren, der größten Stadt in der peruanischen Amazonasregion.