THEO VAN GOGH: STÜTZEN DER GESELLSCHAFT! – STÜTZEN DER GESELLSCHAFT DEUS EX MACHINA – VERMÖGEND UND VERANTWORTUNGSLOS
Die nächste Welle der Invasion 27-12-22 Von Don Alphonso
Warum mit dem Pöbel auf Befehl von Habeck frieren, wenn man auch in der Seesauna hausgebeizten Lachs bestellen kann? Gerade in schwierigen Zeiten fallen Stadtbewohner in den Habitus der alten Westviertel-Eliten zurück.
Hear our triumph, in our roar, we‘re gonna drink a barrel or much, much more, lautet eine Zeile in einem typischen, gewaltverherrlichenden Jahresendklassiker der glorreichen 80er-Jahre, nämlich „Swords of a thousand Men von Tenpole Tudor“. Normalerweise wäre jetzt auch die passende Zeit, um über die Triumphe meines Jahres zu berichten – wären da nicht einige schockierende Niederlagen meiner Tätigkeit. Erfreulicherweise betreffen sie nicht mich direkt, aber mein Vorschlag, dem wehrlosen, die Grünen wählenden Volk an der zentralen Wärmeversorgung der Städte als erste zwangsweise den Hahn abzudrehen – der war, denke ich, nicht ernst gemeint. So böse bin ich nicht! Das war mehr eine sarkastische Warnung vor der politischen Kaste, etwas überzogen natürlich, ein böser Scherz, aber keine Anweisung! Nun aber stellt sich heraus: Die Bundestagsjuristen adeln meine üble Gehässigkeit als rechtmäßig. Was ist das für ein Jahr, in dem man vom Possenreißer zum Visionär befördert wird, und zwar genau von jenen, gegen die er eigentlich anschreibt. Aber es kam noch schlimmer, denn ganz ehrlich: Selbstverständlich bin ich nicht der Meinung, dass der Abbau der zivilisatorischen Standards zurück zum gewärmten Ziegelstein im Bett führen soll. Das war eine derbe Übertreibung. Und dann kommt zum Jahresende genau das Horrorszenario meines Beitrags als Tugendsignal von einem anerkannten Journalisten des Wiener „Standard“ in Brüssel.
Sie sehen also, egal ob im Reichshauptslum oder Europas Jauchegrube: Man nimmt mich und meine Sticheleien nicht als Kritik an den verkommenen Zuständen wahr, im Gegenteil, ausgerechnet ich kann als Vordenker, Berater und Innovator der richtigen Haltung gelten. Gut, andere erfinden Maschinengewehre in der Hoffnung, dass damit Kriege enden, oder glauben daran, dass man in Europa mit Wärmepumpen den Winter überlebt – ganz so schlimm ist mein Schreiben nicht, ich bin nicht verantwortlich für Massenmorde. Jedoch so Recht zu bekommen, wie ich das tue, macht keinen besonderen Spaß, zumal das hier eigentlich ein Silberkannenblog aus dem Westviertel jenseits der Niederungen hinter den Grenzen der Klassengesellschaft ist. Aber ich schreibe das hier nun fast schon seit 14 Jahren, und draußen, vor den Doppelgaragen mit den beheizten Einfahrten und jenseits des Tegernsees, hat sich die Welt seitdem deutlich verändert. Endlich sind zwar die Grünen an der Macht und endlich haben sie sogar in München Direktmandate, und die Oberschichtenernährung mit wenig Fleisch und aller Nachhaltigkeit soll nach ihrem Willen endlich Normalität werden. Aber in München geht gerade der große Biohändler Basic pleite, wie zuvor schon diverse andere Bio- und Unverpacktläden. Den jungen, gut verdienenden und bewussten Leuten geht in Zeiten von 20 Prozent Nahrungsmittelinflation offensichtlich das Geld für diesen gewünschten Lebensstil aus. Und die frühere Arbeiterpartei SPD, die den Menschen Aufstieg und Wohlstand versprach, lobt sich jetzt schon für kostenlose warme Mahlzeiten für die Verarmten. Wie in der ganz schlechten Zeit der Suppenküchen vor 100 Jahren: