THEO VAN GOGH NO SURPRISE – Anstieg um 40 Prozent : Die EU kauft mehr russisches Flüssiggas
- Aktualisiert am 31.08.2023-14:16 FAZ
Die Einfuhr von russischem LNG in die EU ist in den ersten sieben Monaten 2023 weiter gestiegen. Verglichen mit dem Vorkriegsjahr 2021 ist der Zuwachs beachtlich.
Die Europäische Union hat in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres rund 40 Prozent mehr verflüssigtes Erdgas (LNG) aus Russland eingeführt als vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Das geht aus einer Analyse der Organisation Global Witness auf Basis von Daten des Branchendienstes Kpler hervor.
Die EU-Staaten kauften demnach von Januar bis Juli 21,6 Millionen Kubikmeter russisches LNG. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2021, dem Jahr vor dem Einmarsch, waren es noch 15,5 Millionen Kubikmeter. Verglichen mit den 21,3 Millionen Kubikmetern der ersten sieben Monate des Jahres 2022, ist der Anstieg gering.
Ein Kubikmeter LNG ergibt etwa 600 Kubikmeter Erdgas. Die LNG-Importe des Jahres 2023 aus Russland entsprechen somit 13 Milliarden Kubikmetern Erdgas. Vor dem Krieg hatte die EU jährlich 155 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland eingeführt, im Jahr 2022 62 Milliarden.
Die LNG-Importe aus Russland entsprechen heute 16 Prozent der LNG-Einfuhr der EU. Russland ist damit nach den USA größter Lieferant der EU, umgekehrt importiert diese 52 Prozent der russischen Ausfuhr. Die Untersuchung zeigt, wie schwer es der EU fällt, sich von Russland zu entkoppeln und so die russischen Einnahmen zu verringern. Global Witness schätzt, dass die EU in diesem Jahr bisher rund 5,3 Milliarden Euro für LNG an Russland zahlen musste und forderte die Europäer auf, angesichts dessen den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen.