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Weniger Geld für Goethe : Wie viel Kultur verträgt die Zeitenwende?

  • Von Mark Siemons FAZ 23.10.2022- Bisher gehörte der Kulturdialog verlässlich zum Selbstbild der Bundesrepublik. Auch das hat sich durch den Krieg geändert, wie die Etatkürzungen beim Goethe-Institut zeigen. Droht eine mentale Abschottung?

Die Tage, an denen der sogenannte Kulturdialog als eine Art Staatsräson der Bundesrepublik gelten konnte, scheinen gezählt zu sein. Die einschlägige Rhetorik hat sich bei Außenministerin Baerbock und anderen Regierungsrepräsentanten nicht groß geändert. Aber die vom Bundeskabinett geplanten Etatkürzungen für das Goethe-Institut (die sich mit denen des Vorjahrs auf 26 Millionen Euro, zehn Prozent der Gesamtförderung, summieren) und für die anderen dem Auswärtigen Amt unterstehenden Kulturinstitutionen, den Deutschen Akademischen Austauschdienst, die Alexander von Humboldt-Stiftung und das Institut für Auslandsbeziehungen, senden ein deutliches Signal.

Vor allem, wenn man sie in Verbindung mit der grundsätzlichen Neuausrichtung sieht, die die Politik in den letzten Monaten vollzogen hat. Was die von Bundeskanzler Scholz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ausgerufene „Zeitenwende“ für das hergebrachte Verständnis von „Soft Power“ bedeutet, für den Versuch, durch Kultur Einfluss auszuüben, wird bisher jedoch unterschätzt und kaum diskutiert.