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Innenministerin Nancy Faeser : „Wir brauchen eine Willkommenskultur“

  • Von Ralph Bollmann FAZ  – 23.09.2022 –  Innenministerin Nancy Faeser über die Sprachkenntnisse von Berliner Kellnern, ihre Pläne für mehr Arbeitskräfte aus dem Ausland – und warum es für das modernste Einwanderungsrecht der Welt noch einiges zu tun gebe.

Frau Faeser, Sie wollen im Herbst ein neues Einwanderungsrecht auf den Weg bringen, um den Mangel an Arbeitskräften zu beheben. Wie soll das funktionieren?

Wir senden ein wichtiges Signal: Deutschland ist ein Einwanderungsland, und es wird Zeit, dass sich die Politik dazu bekennt. Die Wirtschaft fordert seit Jahren, dass wir endlich unbürokratische Verfahren für die Einwanderung von Arbeitskräften finden. Bislang haben wir eine in Deutschland anerkannte Quali­fikation verlangt, dazu einen Arbeitsvertrag und auch noch deutsche Sprachkenntnisse der mitreisenden Angehörigen. Das waren hohe Hürden.

Und in Zukunft?

. . . wird es pragmatischer. Ein qualifizierter und in Deutschland anerkannter Abschluss wird nicht mehr in jedem Fall nötig sein. Mit der Chancenkarte, die wir einführen, genügen ein Abschluss und entsprechende Berufspraxis. Das Alter und Deutschkenntnisse sind weitere Kriterien. Das wäre eine wirkliche Verbesserung, die den Interessen unseres Landes sehr entgegenkommt.