THEO VAN GOGH FINALE DOCUMENTA: „EINE ZENSUR FINDET NICHT STATT!“ (GRUNDGESETZ)
Meron Mendel zu Ruangrupa: “Sie zu verbannen, wäre ein großer Fehler”
16-10-22 Der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, Meron Mendel, hält die Gastprofessur der Künstler an einer Hamburger Hochschule für eine große Chance.
Israelische Gastprofessorin Gilly Karjevsky unterstützt Gastprofessur
Reza Afisina und Iswanto Hartono fühlen sich missverstanden. “Wir sind keine Antisemiten. Wir sind weit davon entfernt”, beteuert Hartono. “Wir sind hier, um den Dialog fortzusetzen – mit allen, die reden wollen.”
Die israelische Gastprofessorin Gilly Karjevsky (rechts) an der HFBK findet den Angriff gegen die indonesischen Künstler hysterisch.
Unterstützung bekommen sie dabei von der israelischen Gastprofessorin Gilly Karjevsky. Sie sagt, man müsse zwischen Kritik an Israel und Antisemitismus unterscheiden. Israelin sein und Jüdin sein, das sei ein Unterschied. Und genau das sei der wichtige Punkt. Sie findet den Angriff gegen die beiden Künstler traurig und hysterisch: “Ich rufe die Ankläger und die Menschen, die sich angegriffen fühlen, dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und sich die Zeit zu nehmen, diese Gespräche zu führen.”
Ruangrupa-Mitglieder wollen mit jüdischer Gemeinde sprechen
Ihre Gastprofessur verstehen Reza Afisina und Iswanto Hartono nicht als Unterricht von oben nach unten, sondern eher als eine Dialogplattform. Auch mit der jüdischen Gemeinde in Hamburg möchten sie sprechen, diese hatte die Berufung der beiden Männer aus Indonesien als “Schande für Hamburg” bezeichnet. Hartono und Afisina sagen, in jeder menschlichen Beziehung gebe es eine Möglichkeit sich anzunähern. “Nach Vergebung zu suchen, ist eine humane Geste”, sagt Reza Afisina.