THEO VAN GOGH:  ES GIBT KEIN MENSCHENRECHT AUF IRRTUM / DIE REICHSSCHRIFTUMSKAMMER ALLEIN ENTSCHEIDET!

Umstrittener Artikel über Coronaprotest Kolumnist Harald Martenstein verlässt den »Tagesspiegel«

Judensterne auf Demonstrationen seien zwar verharmlosend und schwer auszuhalten, jedoch nicht antisemitisch, schrieb Martenstein. Nach einem Dissens mit der Chefredaktion verabschiedet er sich nun in einer letzten Kolumne.19.02.2022, DER SPIEGEL

Der Journalist Harald Martenstein wird nicht länger für die Berliner Tageszeitung »Tagesspiegel« schreiben. Das kündigte er in einer letzten Kolumne auf Seite eins der Sonntagsausgabe an.

Ausgangspunkt war eine umstrittene Kolumne vom 6. Februar. Darin bezeichnete Martenstein das Tragen von Judensternen auf Corona-Demonstrationen als »sicher nicht antisemitisch«, auch wenn es anmaßend, verharmlosend und für Überlebende schwer auszuhalten sei.

Als Folge distanzierte sich die Chefredaktion von dem Beitrag und zog ihn online wieder zurück.

»Ich war in diese Entscheidung nicht eingebunden«, schreibt Martenstein nun in seinem vorerst letztem Beitrag für den »Tagesspiegel«. »So etwas bedeutet in der Regel, dass man sich trennt, den Entschluss dazu habe ich gefällt.«

»Ich habe meine Meinung nicht geändert.«

Auch auf die Kritik geht er ein. »Wie immer habe ich geschrieben, was ich denke.« Leute, die Judensterne benutzten, um sich zu Opfern zu stilisieren, seien dumm und geschichtsvergessen. »Ich habe meine Meinung nicht geändert.«

Martenstein schreibt als Kolumnist außerdem noch für das Magazin der Wochenzeitung »Die Zeit«.