THEO VAN GOGH: DIPLOMAT MELNYK: „FICK DICH ELON MUSK!“
„Kein Ukrainer wird ihren verdammten Tesla-Mist kaufen“: Melnyk und Selenskyj kritisieren Friedenszenario von Elon Musk scharf
4-10-22 TAGESSPIEGEL BERLIN – Auf Twitter präsentiert Elon Musk ein mögliches Ende des russische Angriffskriegs. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk wird ausfallend. Präsident Selenskyj legt nach.
Der aus Berlin scheidende ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat das von Milliardär Elon Musk skizzierte mögliche Ende des russischen Angriffskriegs scharf kritisiert.
„Das einzige Resultat ist, dass kein Ukrainer jemals Ihren verdammten Tesla-Mist kaufen wird“, schrieb Melnyk dem Tesla-Chef auf Twitter. „Fick dich ist meine diplomatische Antwort an Sie.“
Musk hatte zuvor bei Twitter eine vermeintliche Lösung für das Ende des russisch-ukrainischen Krieges genannt. Demnach würde in den vier nun vom Kreml annektierten Gebieten in der Süd- und Ostukraine Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja unter Aufsicht der Vereinten Nationen neu abgestimmt.
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Russland müsse die Gebiete verlassen, wenn es der Wille der Menschen sei. Die Ukraine werde neutral. Die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim solle Moskau zugeschlagen werden. Gleichzeitig würde die Wasserversorgung der Krim über den Kanal vom Fluss Dnipro garantiert werden. Das Szenario sei im Gegensatz zu einem Atomkrieg „sehr wahrscheinlich“.
Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj legte auf Twitter gegen Elon Musk nach. „Welcher Elon Musk ist euch lieber?“, fragte Selenskyj in einer Umfrage auf dem Kurznachrichtendienst. Die Antwortmöglichkeiten: „Einer, der die Ukraine unterstützt“ und „Einer, der Russland unterstützt“.
Zuvor hatte das Präsidentenbüro in Kiew auf Musks Vorschlag mit einer Gegenofferte reagiert. „Es gibt einen besseren Vorschlag“, schrieb der Berater des Präsidentenbüros, Mychajlo Podoljak, am Montag auf Twitter.
Demnach werde die Ukraine ihr Territorium einschließlich der „annektierten Krim“ komplett befreien. Russland werde danach komplett demilitarisiert, müsse seine Atomwaffen abgeben und „kann niemandem mehr drohen“. Die russischen Kriegsverbrechen werden vor ein internationales Tribunal gebracht. (mit dpa)