THEO VAN GOGH: DIE ANTONIO AMADEU STIFTUNG DER STASI AGENTIN ANETTA KAHANE

JAN FLEISCHHAUER – KOLUMNE
die Schriftstellerin Nele Pollatschek ist vor ein paar Tagen in der “Süddeutschen Zeitung” hart mit dem “Spiegel” ins Gericht gegangen. Stein des Anstoßes war eine Kolumne des “Spiegel”-Redakteurs Rene Pfister über die »Meldestelle Antifeminismus«, eine von der Amadeu Antonio Stiftung betriebene und vom grünen Familienministerium finanzierte Internetseite.

Pollatscheks Artikel trug die Überschrift »Vielleicht sind wir alle ein bisschen drüber« und gipfelte in dem Urteil, der “Spiegel” hätte eine »Ente« produziert. »Praktisch nichts« von dem, was Pfister geschrieben habe, entspreche der Wahrheit, schrieb Pollatschek: »Und zwar auf rührende Art wirklich gar nicht.«

 

Das hat mich naturgemäß interessiert. Wie die meisten Leser hier wissen, habe ich 30 Jahre für den “Spiegel” gearbeitet, bevor ich zur Burda wechselte. Den Fabrikanten der sogenannten Ente kenne ich zudem gut: Wir haben lange in Berlin zusammengearbeitet. Mein ehemaliger Kollege Rene Pfister als Fälscher, gewissermaßen ein Relotius der späten Tage?

Sofort habe ich mir die Meldestelle Antifeminismus genauer angesehen. Und was musste ich feststellen? Alles, was im “Spiegel” stand, stimmt. Anders als von Frau Pollatschek behauptet, fordert die Amadeu Antonio Stiftung nicht nur dazu auf, Hassverbrechen gegen Frauen zu melden: Nein, sie lädt ausdrücklich dazu ein, Menschen anzuschwärzen, die aus Sicht der Seitenbetreiber die falschen Ansichten vertreten – etwa zum Thema Gendern oder zum neuen Transsexuellengesetz der Regierung.

Ja, mehr noch: Die Meldungen sollen auch nicht nur rein anonym bleiben, wie die Schriftstellerin in der “Süddeutschen” beteuert. Ein Sprecher des Bundesfamilienministeriums bestätigte auf Anfrage, es gehe sehr wohl darum, Medien und Prominente namentlich zu erwähnen.

Was geht hier vor? Dass sich ein Teil des journalistischen Establishments und der grünen Partei sehr nahe stehen, ist bekannt. Aber wie es aussieht, zieht man jetzt auch an einem Strang, wenn es darum geht, Feinde zu markieren und die Fronten zu schließen. Um als Feind zu gelten, reicht es offenbar, dass man wie Pfister die Dinge beschreibt, wie sie sind.

 

Das ist eine Entwicklung, bei der man hinsehen sollte.

Herzlicher Gruß zum Wochenende

Ihr

Jan Fleischhauer