THEO VAN GOGH DIAGNOSEN: PECH – PANNEN – PLEITEN = DEUTSCHLAND  2023!

 

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Von Stuttgart nach Ulm : Betrugsverdacht beim Bau von neuer ICE-Strecke

  • Von Rüdiger Soldt, Stuttgart FAZ 3.01.2023-Ein ICE-Zug und ein Regionalzug stehen Anfang Dezember auf der Filstalbrücke.Vor drei Wochen feierte die Bahn die Neubaustrecke nach Ulm als Jahrhundertbauwerk. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einige Baufirmen.

Gegen mehrere Bauunternehmen, die am Bau der Filstalbrücke auf der neuen ICE-Strecke Stuttgart-Wendlingen-Ulm beteiligt waren, ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Dienstag nach einem Bericht des SWR. Die Filstalbrücke ist das symbolträchtigste Bauwerk der Neubaustrecke. Sie ist mit einer Höhe von 85 Metern die dritthöchste Eisenbahnbrücke Deutschlands und verbindet den Boßler- mit dem Aichelberg-Tunnel.

Die Strecke war am 11. November zum Fahrplanwechsel in Betrieb ge­nommen worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart sagte, es stehe der Verdacht im Raum, dass mehr Arbeitskräfte und mehr Material abgerechnet worden seien, als man für den Bau eigentlich benötigt habe. Die Ermittler der Staatsanwaltschaft prüften, ob Baubücher ma­­nipuliert worden seien. Ermittelt werde gegen sechs Beschuldigte. Sie hätten zu sechs von der Bahn unabhängigen Unternehmen Kontakt ge­habt.

Betrag könnte dreimal so hoch sein

Die Brücke war zunächst mit Kosten von 50,1 Millionen Euro kalkuliert worden. Nach dem SWR-Bericht könnte der Betrag nun dreimal so hoch sein, auch weil mit den Baufirmen offenbar Nachverhandlungen geführt werden mussten. Ein Sprecher der für das Projekt Stuttgart 21 zuständigen Planungsgesellschaft sagte der F.A.Z.: „Gegen die Bahn wird nicht ermittelt. Wir kommen­tieren laufende Ermittlungen nicht.“ Falls es Kostensteigerungen geben sollte, seien diese durch den vom Bahn-Aufsichtsrat genehmigten Ge­samtwertumfang in Höhe von 3,9 Milliarden Euro ab­gedeckt.

Kurz nach der Inbetriebnahme der ICE-Strecke war es zu zwei Störungen durch eine defekte Weiche sowie einen Bedienungsfehler eines Lokführers gekommen. „Seitdem läuft der Verkehr störungsfrei. Kürzlich mussten sogar alle Züge von der al­ten Strecke auf die neue umgeleitet werden, was ja für ihre Leistungs­fähigkeit spricht“, sagte der Projektsprecher. Oft kritisiert werden aber der bauliche Zustand und die geringe Kapazität des Ulmer Hauptbahnhofs.