THEO VAN GOGH: DER LETZTE BINNENSTÄDTISCHE WALD FRANKFURTS LIQUIDIERT UNTER GRÜNER FÜHRUNG!
Umkämpfte Autobahntrasse : Erste Rodungsarbeiten im Fechenheimer Wald
- Von Ralf Euler FAZ 13.12.2022-11:11 Markiert ist das Teilstück des Fechenheimer Waldes, das für den Bau des Riederwald-Tunnels gerodet werden muss. Durch einen Teil des Fechenheimer Waldes im Osten Frankfurts soll eine Autobahntrasse führen. Demonstranten halten das Areal seit mehr als einem Jahr besetzt. Nun berichten die Aktivisten von ersten Rodungsarbeiten – und wollen ihre Szene mobilisieren.
Die Autobahn GmbH hat offenbar mit der Rodung erster Bäume im Fechenheimer Waldes im Osten Frankfurts begonnen. Damit soll der Bau einer Autobahntrasse ermöglicht werden. Durch das 2,7 Hektar große Waldstück soll eine seit Jahrzehnten geplante Autobahnverbindung im Frankfurter Osten geführt werden. Gegner des Straßenbauprojekts teilten am Morgen mit, dass erste Bäume gefällt werden. Im Internet verbreiteten sie Bilder, die die Fällarbeiten zeigen sollen. Seit einem Jahr haben sie Barrikaden und mehr als ein Dutzend stabile Hütten errichtet, manche am Boden, andere zehn bis 15 Meter hoch in den Bäumen, um die Rodungsarbeiten zu erschweren.
Die Polizei teilte unterdessen mit, sie sei noch nicht involviert. Es handele sich offenbar um „vorbereitende Arbeiten“, diese hätten aber nichts mit einer Räumung des besetzten Areals zu tun. Die Besetzung des für die Rodung vorgesehenen Waldstücks hat vor mehr als einem Jahr begonnen. Vor einigen Wochen wohnten in dem Hüttenlager höchstens einige Dutzend Menschen. Wie viele Demonstranten sich derzeit auf dem von der Polizei umstellten Areal aufhalten, ist unklar.
Der Lückenschluss zwischen den Autobahnen 66 und 661 ist eines der größten innerstädtischen Verkehrsprojekte in Frankfurt. Dazu soll die Autobahn 66, die derzeit noch am Hessen-Center im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim endet, direkt durch das Waldstück verlängert werden. Zentrales Element der geplanten Schnellstraßenverbindung ist der 1,1 Kilometer lange Riederwaldtunnel durch den Stadtteil, der ihm seinen Namen gibt. Er soll in offener Bauweise bis Anfang des nächsten Jahrzehnts fertiggestellt werden und nach derzeitigem Stand rund 480 Millionen Euro kosten.
Die Autobahngegner zeigen erste Aufnahmen aus dem Wald:
Zwar soll der Wegfall der 2,7 Hektar Forst im Fechenheimer Wald durch Renaturierungen an anderer Stelle mehr als ausgeglichen werden. Umweltschützer und die Grünen im Frankfurter Rathaus Römer sind aber dennoch gegen die Rodung dieses „wertvollen Waldstücks“ und Naherholungsgebietes. Die Autobahnverbindung bedeute für Frankfurt unter dem Strich mehr Verkehr und passe nicht zum parteiübergreifend propagierten Kampf gegen den Klimawandel, argumentieren die Grünen im Rathaus Römer.
Die schwarz-grüne Landesregierung in Wiesbaden hingegen erhofft sich durch den Bau des Riederwaldtunnels eine „spürbare Entlastung hinsichtlich Stau und Emissionen“. Vor allem in den Frankfurter Stadtteilen Riederwald und Bornheim sei mit einer deutlichen Entlastung der Anwohner zu rechnen, meint Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen).