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Gesetzliche Obergrenze: Bargeld erleichtert Geldwäsche

29-12-22 Markus Zydra, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Die geplante EU-Barzahlungsobergrenze von 10 000 Euro ist sinnvoll – und keine Vorstufe zum Bargeldverbot.Bargeld erleichtert Geldwäsche

In Deutschland hängen viele Menschen am Bargeld. Für Aufregung sorgt daher der Plan, europaweit eine Bargeldobergrenze einzuführen. Darauf hat sich die Mehrheit der EU-Finanzminister geeinigt. Bargeldzahlungen von über 10 000 Euro wären dann verboten. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), der für die Bekämpfung von Geldwäsche zuständig ist, und auch die Bundesbank halten wenig von der Idee.

Das belegt, wie tief verankert der schrankenlose Bargeldverkehr hierzulande ist. Manche halten die Maßnahme, ähnlich wie die Verbannung des 500 Euro-Scheins, für eine Vorstufe zur Bargeldabschaffung.

Deutschland steht mit diesen Befürchtungen in der EU recht allein da. In Griechenland liegt die Obergrenze bereits bei 500 Euro, in Frankreich bei 1000 Euro, in Italien bei 5000 Euro. In Deutschland hingegen gibt es kein Bargeldlimit. Ob 200 000 Euro, eine Million oder zehn Millionen Euro im Bargeldkoffer – man darf damit bezahlen, bis zuletzt sogar Immobilien. Deutschland ist deshalb ein beliebtes Ziel für Verbrechersyndikate, die ihre inkriminierten Einnahmen hier waschen. Europa braucht daher eine einheitliche Regelung. Diese gesetzliche Obergrenze wird die Geldwäsche nicht besiegen, aber man muss es den Kriminellen ja nicht leichter machen als nötig.