MESOPOTAMIA NEWS : WEIL ES ÜBERHAUPT NICHT STIMMT, DAS DER ISLAM EUROPA BEDROHT UND ES AUCH EINE RECHSSCHRIFTTUMSKAMMER NOCH NICHT WIEDER GIBT – MUSS HANNAH BETHKE (FAZ) NOCH EINMAL NACHTRETEN, WEIL EIN VERLAG EINE LANGJÄHRIGE AUTORIN AUSGESCHNISSEM HAT – DIE SICH NICHT AN DEN POLITISCH KORREKTEN COMMENT HIELT !
Lesung mit Monika Maron : Geht das Abendland schon wieder unter? – Ein Kommentar von Hannah Bethke FAZ – 06.11.2020-19:22
Sieht die westliche Welt durch den Islam bedroht: die Schriftstellerin Monika Maron. Monika Maron erzählt, warum sie die Aufrüstung des Islams fürchtet und das Heldentum vermisst. Ihre Ansichten laufen dem demokratischen Selbstverständnis zuwider.
Wieder einmal droht der Untergang des Abendlandes, wieder einmal wird dieser Tage ein klares Feindbild im Verfallshorizont verortet: „der“ Islam. Derlei ist auch Monika Maron vertraut, die aus ihrem Ekel gegenüber allem, „was uns da entgegenkommt“, kein Hehl macht, wie sie vorgestern im Autorengespräch mit dem Rechtsintellektuellen David Engels sagte: „Wenn wir sehen, wie sich Afrika in den letzten fünfzig Jahren vermehrt hat … und wie der Islam aufrüstet!“ Das Gefühl für Bedrohung sei in der westlichen Gesellschaft unterentwickelt, der Heldenmut, die abendländische Ordnung zu verteidigen, einem postheroischen Selbstverständnis gewichen, während die Kriege um uns herum näher rückten.
Eigentlich sollte das Gespräch im Polnischen Institut Berlin stattfinden, wurde dann aber als Livestream auf Facebook übertragen, was zunächst nur wenige Online-Zuhörer anlockte. Dabei war die Schriftstellerin gerade erst in die Schlagzeilen geraten, nachdem der S. Fischer Verlag seine Zusammenarbeit mit ihr aufgekündigt hatte – angeblich nicht wegen ihrer Ansichten, sondern aufgrund ihrer Kooperation mit dem Buchhaus Loschwitz.
Gegen das Toleranzprinzip
Dabei hätte sich eine nähere Beschäftigung mit ihren schwindelerregenden Thesen gelohnt. Verlieren würden „wir“ so oder so, sagte Monika Maron im Stream – entweder gäben wir unsere universalen Werte auf, oder wir ließen uns erobern (von den afrikanischen Islamisten, wollte sie damit wohl sagen). In jedem Fall könnten wir nicht bleiben, wie wir sind; eine friedliche Lösung dieses Konflikts sehe sie nicht. So ging es immer weiter: Mit der Auflösung der (herkömmlichen) Familien sei der Kern unseres Zusammenlebens bedroht, die Medien ließen nur noch eine Meinung zu, vom vermeintlichen Gender- und Klimawahn war auch kurz die Rede, und über allem schwebte Oswald Spengler als Prophet der Stunde. Wir seien in genau so einer Phase, wie Spengler sie in seinem „Untergang des Abendlandes“ vor rund hundert Jahren beschrieben habe, fand Maron. Die Gesellschaft wisse mit sich nichts mehr anzufangen.
Spätestens hier war klar: Hätte der S. Fischer Verlag in aller Deutlichkeit auf solche Positionen seiner ehemaligen Autorin verwiesen, um ihren Rauswurf zu begründen, wäre die Entscheidung viel weniger anfechtbar gewesen. Denn da geht es nicht bloß um ein bisschen Kritik an der Flüchtlingspolitik Angela Merkels. Maron kombiniert Klischees der islamischen „Masseneinwanderung“ mit diffusen Ängsten eines schillernden Kulturpessimismus, dessen Ruf nach gemeinschaftsbezogener Ordnung dem demokratischen Selbstverständnis und Toleranzprinzip zuwiderläuft.