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Nahostkonflikt: Israel greift erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe wieder Ziele im Gazastreifen an – NZZ-Redaktion 16.06.2021,
Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe mit der Hamas im Mai haben israelische Kampfflugzeuge wieder militärische Einrichtungen der Palästinenserorganisation im Gazastreifen angegriffen. Die Bombardements in der Nacht auf Mittwoch (16. 6.) seien eine Reaktion auf den Abschuss von Brandballons aus dem Küstenstreifen auf israelisches Gebiet gewesen, teilte die israelische Armee über Twitter mit. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Gaza waren dort mehrere Explosionen zu hören. Verletzt wurde demnach niemand.
Tausende israelische Nationalisten sind bei einem umstrittenen Flaggenmarsch durch Jerusalem gezogen. 5000 Teilnehmer schwenkten bei der Veranstaltung am Dienstag (15. 6) Israelflaggen. Bei Zusammenstössen mit der Polizei in der Nähe der Jerusalemer Altstadt waren vor dem Marsch 27 Palästinenser verletzt worden, wie der palästinensische Rettungsdienst Roter Halbmond mitteilte. Insgesamt 17 Palästinenser wurden bei Konfrontationen mit den Sicherheitskräften festgenommen, wie die «Times of Israel» unter Berufung auf die Polizei mitteilte.
Die Route führte auch durch das muslimische Viertel der Jerusalemer Altstadt, was Palästinenser als besondere Provokation empfinden. Als Protest sollen militante Palästinenser Brandballons aus dem Gazastreifen Richtung Israel abgeschossen haben. Dies führte wiederum dazu, dass die israelische Armee ihren Luftangriff startete.
Zwei palästinensische Sicherheitskräfte sind in der Nacht zum Donnerstag (10. 6.) im nördlichen Westjordanland von Mitgliedern einer israelischen Spezialeinheit erschossen worden. Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa handelt es sich bei den Toten um Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes in der Stadt Jenin. Nabil Abu Rudeineh, Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, warnte vor einer Eskalation der Lage und machte die israelische Regierung für jegliche Auswirkungen verantwortlich. Insgesamt gab es bei dem Vorfall drei Tote. Von israelischer Seite war zunächst keine offizielle Reaktion zu erhalten. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Spezialeinheit sei dabei gewesen, in Jenin zwei militante Kämpfer der Palästinenserorganisation Islamischer Jihad festzunehmen. Diese seien dem Verdacht nach an Angriffen auf israelische Soldaten in den vergangenen Monaten beteiligt gewesen.