MESOPOTAMIA NEWS : IRRE TRUMP-MANIA !

Die europäische Berichterstattung über die USA ist seit Jahrzehnten von kultureller Arroganz und intellektueller Herablassung geprägt. Donald Trump ist nur eine Projektionsfläche für europäische Überheblichkeit – das war bei Ronald Reagan und G.W. Bush nicht anders, doch Trump ist eine neue Dimension. Die bloße Erwähnung seines Namens garantiert Lacher, Kopfschütteln oder beides. Wer sich über den Präsidenten der Vereinigten Staaten oder eine seiner politischen Entscheidungen auch nur einmal ohne Spott und Häme äußert, gerät prompt in Verdacht, mit Trump zu sympathisieren.

Es ist beinahe unmöglich geworden, über amerikanische Politik außerhalb des Rasters »pro oder contra Trump« zu diskutieren. Die Corona-Pandemie ist hier keine Ausnahme. Dabei liefern die Zahlen keinen Anlass, auf die USA herabzusehen.

Corona-Ländervergleiche sind generell problematisch, doch die Zahl der Toten pro Million Einwohner mag zumindest einen Anhaltspunkt für die Beurteilung der aktuellen Situation bieten. Die Dunkelziffer dürfte beträchtlich sein, weil viele Länder nur jene Toten zählen, die positiv getestet und im Krankenhaus verstorben sind. Und als Maßstab für den Erfolg in der Bewältigung Krise eignet sich diese Zahl nur bedingt, weil die Pandemie nicht in allen Ländern gleichzeitig ausgebrochen ist und die Voraussetzungen völlig unterschiedlich sind (Demographie, Bevölkerungsdichte, Mobilität, Kultur, internationale Vernetzung, usw.). Dennoch ist sie besser vergleichbar als die absolute Zahl der Toten oder positiv Getesteten.

In den USA wurden bisher je Million Einwohner 158 Personen als Corona-Tote gezählt. 11 europäische Länder beklagen verhältnismäßig mehr: San Marino (1.179), Belgien (576), Andorra (518), Spanien (482), Italien (430), Frankreich (341), Vereinigtes Königreich (287), Niederlande (250), Schweden (213), Irland (205) und die Schweiz (184). Deutschland (69) und Österreich (59) liegen vergleichsweise sehr gut.

Acht Bundesstaaten sind in den USA überdurchschnittlich betroffen: New York (1.085), New Jersey (632), Connecticut (493), Massachusetts (374), Louisiana (356), Michigan (310), District of Columbia (224) und Rhode Island (191), alle anderen liegen unter dem landesweiten Durchschnitt. In 36 der 50 Bundesstaaten liegt die Zahl der Corona-Toten je Mio. EW unter 100.

Stand 25.4.2019, 10:00 MEZ, Quelle: Worldometer