MESOPOTAMIA NEWS „BIOLOGIE UNTER DEM REGENBOGEN“ :- Hat die Ameise unter den bisherigen Rollenclichés gelitten?

 

Gendern und Biologie : Neues Ameisy entdeckt

  • Von Sascha Zoske FAZ  05.05.2021-21:56 FAZ – In den matriarchalischen Ameisenstaaten ist das Thema Geschlechtergerechtigkeit kein Problem – Die Gender-Diskussion ist in aller Munde und macht auch vor den Darmstädter Biologen nicht halt. Eine neu entdeckte Ameisenspezies hat jetzt einen geschlechtsneutralen Namen bekommen.

Über den Stand der Gender-Diskussion in Ameisenstaaten ist uns wenig bekannt. Da diesen Gemeinschaften üblicherweise eine Königin vorsteht, dürfte das Bewusstsein für Geschlechtergerechtigkeit dort jedoch hoch entwickelt sein. Auch lässt die progressive Aufgabenverteilung, die bei manchen Arten zu beobachten ist (Weibchen fallen als Sklavenhalterinnen in fremde Kolonien ein), eine grundsätzliche Skepsis gegenüber binären Rollenklischees erwarten.

Angemessene Repräsentation

Von dieser Pioniertat berichtet dpa unter Berufung auf die Fachzeitschrift ZooKeys, in der Hönle die neue Art vorstellte. Ihr Name Strumigenys ayersthey bricht mit taxonomischen Konventionen, indem er nicht auf „ae“ (weiblich) oder „i“ (männlich) endet, sondern mit dem neutralen englischen „they“ schließt.

Offen bleibt, ob wirklich jede der 800 sexuellen Identitäten, deren Existenz bei allen staatenbildenden Organismen vorausgesetzt werden darf, hierdurch angemessen repräsentiert wird. Falls nicht, muss Herr Hönle auf der nächsten „Conference on Ant Diversity“ mit einem Redeverbot rechnen.