MESOP MIDEAST WATCH: ENDLICH MAL KEIN „DECKEL“ SONDERN EIN „SCHIRM!“  / DER TRICK BEI DER SACHE !

Globaler Klimaclub : Ein Schutzschirm für die Industrie

  • Von Ralph Bollmann Scharm el-Scheich FAZ – 8.11.2022- Die Idee eines Klimaclubs ist aus Sorge um die deutsche Industrie geboren. Durch das Abkommen soll die Abwanderung von Industrie in Länder mit geringeren Umweltstandards verhindert werden.

Für Olaf Scholz war es auf dem Klimagipfel vielleicht der angenehmste Termin. Die Idee eines „Klimaclubs“ hatte er als Gastgeber des G-7-Treffens vorigen Sommer auf Schloss Elmau in die Abschlusserklärung gebracht, im ägyptischen Ba­deort Scharm el-Scheich kam er nun da­rauf zurück. Am Dienstagvormittag versammelte er Vertreter aus Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern, die bei dem Vorhaben mitmachen wollen.

Die Idee ist vor allem aus der Sorge um die heimische Industrie geboren. Schließlich ist Deutschland unter den Staaten, die vielfach nur dem Namen nach „In­dustrieländer“ heißen, dasjenige mit dem höchsten Anteil an produzierendem Ge­werbe. Daher würden sich auch Kostennachteile, die durch ambitionierte Klimaschutzziele ergeben, hierzulande besonders negativ auswirken. Mithilfe von Wasserstoff erzeugter Stahl wird beispielsweise auf absehbare Zeit noch sehr viel teurer sein als ein konventionelles Produkt.

Länder wie Frankreich hatten dafür ur­sprünglich eine andere Lösung im Visier: Sie wollten auf Einfuhren aus Ländern mit geringeren Standards neue Klima­zölle erheben. Ein solcher Handelskrieg mit anderen Ländern hätte aber dem exportstarken Deutschland besonders geschadet. Von einem drohenden „Handelskrieg“ wollte Scholz in Ägypten freilich nicht sprechen, er verwendete lieber das harmloser klingende Wort „Zollauseinandersetzung“.