Keine Angst vor syrischen Flüchtlingen !

03. September 2013, von Thomas von der Osten-Sacken

Warum die “größte Flüchtlingskatastrophe nach dem II. Weltkrieg” (UNHCR) Europa irgendwie kalt läßt, es weder ZDF-Benefiz Galas gibt noch hektisch einberufene Sondersitzungen der EU Innenminister, wie man mit dem Problem fertig werden könne? Weil es sich bei den Syrern hauptsächlich um recht arme Menschen handelt, die im ethnisierenden Slang unserer Zeit als Sunniten bezeichnet werden, nicht um Leute aus der Upper Class. Und diese Flüchtlinge haben einfach nicht die finanziellen Mittel, um Schlepper zu zahlen, ohne die man in die Festung Europa nicht kommt.

So stellt das UNHCR heute fest: More than 97 per cent of Syria’s refugees are hosted by countries in the immediate surrounding region, placing an overwhelming burden on their infrastructures, economies and societies. They urgently need massive international support to help deal with the crisis.

Erst wenn Assad stürzen sollte, dann werden sich diejenigen auf den Weg machen, die reicher sind und dann wird das Flüchtlingsproblem auch ein europäisches. Aus flüchtlingspolitischer Sicht hat Europa also ein Interesse, dass Assad an der Macht bleibt. Momentan müssen sich die Türkei, Libanon, Irak und Jordanien mit dem Problem herumschlagen und ab zu reist mal ein Politiker aus Europa in die Region und fordert diese Länder auf, doch bitte ihre Grenzen aufzulassen. Dafür gibt’s dann die eine oder andere Million, ein Tropfen auf dem heißen Stein.