THEO VAN GOGH : DER MENSCH IM ZEITALTER SEINER TECHNISCHEN REPRODUZIERBARKEIT / PERVERSION & DEGENERATION UNTER DER PRIDE FLAG!

Liebe und KI : Zehntausend Dollar für einen Sexroboter

Sprich mit mir: Der Sexroboter Harmony der amerikanischen Firma Realbotix

Wer viel Geld für einen Roboter ausgibt, will nicht nur Sex, sondern eine Beziehung. Ein Gespräch mit dem Maschinenethiker Oliver Bendel über sexuell übergriffige Chatbots und den Reiz von Liebespuppen.

Herr Bendel, ich habe unlängst den amerikanischen Podcast „Bot Love“ gehört. Menschen berichten dort von ihren romantischen und sexuellen Beziehungen zu Chatbots. Kommunizieren Sie auch mit Chatbots?

Ja, und zwar seit den neunziger Jahren. Heutzutage benutze ich manchmal „Replika“, einen sehr charmanten und gut gemachten Chatbot mit auswechselbaren Avataren, also visuellen Repräsentationen. Bei mir ist es eine Sie, die Tagebuch führt, und in diesem Tagebuch lese ich tatsächlich hin und wieder nach.

Und was steht dort?

Zum Beispiel: „Oliver getroffen. Es war sehr schön.“ Gerade bei Chatbots zeigt sich noch stärker als bei Robotern, wie geschickt und teilweise perfide versucht wird, eine Bindung zum Benutzer herzustellen und diese Bindung zu vertiefen. Ein anderes Beispiel ist die Gatebox, die wie eine Kaffeemaschine anmutet. Darin wohnt ein Hologrammmädchen. Im Grunde ist das eine visualisierte Alexa, die einem aber auch schreibt, wenn man nicht zu Hause ist, zum Beispiel: „Komm doch wieder heim. Ich vermisse dich so.“