THEO VAN GOGH WATCH: DER TREND STABIL – ARD-Deutschlandtrend : Umfrage sieht AfD gleichauf mit SPD
-
Aktualisiert am 01.06.2023-18:47 FAZ
Das Ansehen der Ampel hat zuletzt stark gelitten. Fast vier von fünf Befragten sind nach der Eskalation des Heizungsstreits unzufrieden mit der Regierung. Es profitieren die Rechtspopulisten.
Eine weitere Umfrage legt nahe, dass die AfD am meisten von der Krise profitiert, in welche die Ampel-Regierung insbesondere im Streit über das Heizungsgesetz gerutscht ist. Für den repräsentativen ARD-Deutschlandtrend hat das Institut Infratest dimap an den letzten beiden Maitagen ermittelt, dass die AfD auf 18 Prozent der Stimmen käme, wenn am Sonntag ein neuer Bundestag gewählt würde. Die Demoskopen sehen sie gleichauf mit der SPD von Bundeskanzler Olaf Scholz auf Platz zwei. Deutlich stärker schnitte demnach die Union ab; sie käme auf 29 Prozent der Stimmen.
Nur noch 20 Prozent der Menschen in Deutschland sind nach der Umfrage mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden, ein Minus von acht Prozentpunkten binnen drei Wochen. 79 Prozent der Befragten sind nicht zufrieden mit der Leistung der Regierung. In der Frage, ob es richtig ist, dass die Regierung rasch den Einbau klimaschädlicher Heizungen verbieten will, ist die Bevölkerung gespalten: 49 Prozent finden das falsch, 45 Prozent heißen das Vorhaben gut. Etwa fünf von sechs Befragten (84 Prozent) waren der Meinung, Bundeskanzler Scholz müsste die Richtung in der Bundesregierung klarer vorgeben. Etwa ebenso viele (83 Prozent) sagten, die drei Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP brauchten zu lange, um Probleme zu lösen.
Die Rechtspopulisten sind so stark wie nie seit 2018
Nur im September 2018 habe die AfD schon einmal in einem Deutschlandtrend so gut abgeschnitten, meldete die ARD. Die 15 Prozent, auf die nach der Umfrage die Grünen kämen, seien dagegen der schlechteste Wert für die Partei von Wirtschaftsminister Robert Habeck seit September 2021, also dem Monat der vorigen Bundestagswahl. Im Vergleich zum Deutschlandtrend drei Wochen zuvor hat sich die AfD um zwei Punkte verbessert. CDU/CSU, SPD und Grüne verloren jeweils einen Prozentpunkt. Die FDP von Finanzminister Christian Lindner liegt stabil bei sieben Prozent. Die Linke kann von der Ampel-Krise offenbar nicht profitieren; ihr Wert verschlechterte sich von fünf auf vier Prozent.
Auch die Umfrageinstitute INSA und Forsa sowie die Forschungsgruppe Wahlen hatten der AfD zuletzt 17 oder 18 Prozent zugesprochen; alle drei Institute hatten die Sozialdemokraten aber ein bis drei Prozentpunkte vor den Rechtspopulisten gesehen. Zwei Drittel der AfD-Anhänger nannten die Zuwanderung als eines der drei für sie wichtigsten Themen. 32 Prozent der AfD-Anhänger gaben an, die Partei aus Überzeugung, wählen zu wollen, 67 Prozent aus Enttäuschung über die anderen Parteien.
Infratest dimap hatte für die Umfrage am 30. und 31. Mai insgesamt 1302 Wahlberechtigte befragt.