THEO VAN GOGH RUMOURS : JAN FLEISCHHAUER CONTRA STUCKRAD-BARRE IM HAUSE SPRINGER!

 

Jetzt also noch der Roman zu den Kabalen im Hause Springer. Nachdem vergangene Woche die “Zeit” die großen Springer-Festspiele mit einer Veröffentlichung von SMS des Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner an seinen Damals-Noch-Chefredakteur Julian Reichelt einleitete, folgte ab Mittwoch der Medien-Countdown zum Schlüssel-Buch “Noch wach?”. Ich habe aufgehört zu zählen, wie viele Seite 3, Kommentare, Medienaufmacher und Zwischenrufe allein meine Lokalzeitung, die “Süddeutsche”, in der Angelegenheit veröffentlicht hat.

 

Ich wünsche dem Autoren und seinem Roman alles Gute. Aber dass ausgerechnet Benjamin Stuckrad-Barre in der Rolle des Frauenverstehers gefeiert wird, ist aus meiner Sicht der Witz des Jahres. Und das Komischste daran: Kaum jemand lacht. Überall stehen sie im Feuilleton andächtig am Rande und üben sich in Fanboy-Prosa.

 

Einer der wenigen, die bei den Feierlichkeiten nicht so richtig mitmachen wollten, war der ehemalige SPD-Politiker und kurzzeitige Springer-Berater Christopher Lauer. “Als jemand, der 2015 bei Springer gearbeitet hat und bei einer mehrtägigen Führungskräftetagung live erleben durfte, wie sehr Stuckrad-Barre es genossen hat, Döpfners Liebling zu sein, muss ich gerade sehr die Zähne zusammenbeißen”, schrieb er am Donnerstag auf Twitter.

 

Gestern Nacht tauchte beim Branchendienst “Medieninsider” dann der Chat-Verlauf von “Sophia” auf, der weiblichen Hauptfigur in “Noch wach?”. Nur dass sie hier nicht als Romanfigur schreibt, sondern als reale “Bild”-Redakteurin. Sozusagen das Originalmaterial, das dann Eingang in die Klageschrift gefunden hat. Denn auch das gibt es ja noch: die juristische Auseinandersetzung im echten Leben. Danach sieht es so, als ob es vor allem “Sophia” war, die auf Schäferstündchen im Hotel drängte.

 

Die Fortsetzung der großen Springer-Serie ist schon jetzt garantiert.

 

Herzlicher Gruß

Ihr

Jan Fleischhauer