THEO VAN GOGH WATCH: Löcher im Sanktionszaun : Warum der deutsche Export nach Kirgisistan um 561 Prozent steigt

  • Von Andreas Mihm, Wien FAZ – -Aktualisiert am 01.03.2023-16:10

Die Staaten in Zentralasien und auf dem Kaukasus kaufen wie nie zuvor: Pumpen, Autos, Computer. Vieles landet trotz Sanktionen in Russland.

Mal um Mal verschärft der Westen seine Wirtschaftsblockade gegen Russland. Doch Unterbrechungen des Zahlungsverkehrs, Ölboykott und Preisdeckel zeigen nur begrenzt Folgen.

Es gelingt Moskau, Importverbote zu unterlaufen. Die Bundesregierung will den Endverbleib von Waren schärfer kontrollieren. China und die Türkei stehen auf der Verdachtsliste der Sanktionsbrecher oben. Mehrmals haben die USA die Türkei, deren Exporte nach Russland raketenartig gestiegen sind, gewarnt, zuletzt, so die „Washington Post“, vor der Wartung russischer Flugzeuge. Ankara, das Sanktionen ablehnt, weist Vorwürfe zu­rück.

Ökonomen der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) bestätigen nun Berliner Mutmaßungen über andere Wege, auf denen sanktionierte Waren nach Russland gelangen. Die im Binnenmarkt der Eurasischen Wirtschaftsunion neben Belarus verbundenen Länder Armenien, Kasachstan und Kirgisistan seien wohl zu einer Drehscheibe für Umgehungsgeschäfte geworden – wenn auch „nicht unbedingt mit dem Wissen der westlichen Exporteure“, schreibt die Bank.