THEO VAN GOGH LETZTES: WILLKOMMEN IN WUPPERTAL ! LIEBE ELS! – Ein Meisterwerk fürs Museum : Else Lasker-Schüler kehrt heim

Aus der Sammlung Gerlinger: Karl Schmidt-Rottluff, „Lesende (Else Lasker-Schüler)“, 1912, Öl auf Leinwand, 102 mal 76 Zentimeter

Das Wuppertaler Museum Von der Heydt kann seine Sammlung um eine bedeutende Dauerleihgabe bereichern: Karl Schmidt-Rottluffs Porträt der Dichterin Else Lasker-Schüler aus der Sammlung Hermann Gerlinger.

„Schmidt-Rottluff hat mich im Zelt sitzend gemalt“, schrieb Else Lasker-Schüler 1912. „Mein Mund ist rot wie eine Dickichtbeere, in meiner Wange schmückt sich der Himmel zum blauen Tanz, aber meine Nase weht nach Osten, eine Kriegsfahne, und mein Kinn ist ein Speer, ein vergifteter Speer. So singe ich mein hohes Lied.“ Das kubistisch inspirierte Ölbild, von dem die Dichterin „entzückt“ war, weil sie sich in ihrer „Urschrecklichkeit“ erkannt fühlte, kommt nach Wuppertal – in die Stadt, zu der Lasker-Schülers Geburtsort Elberfeld heute gehört. Ein Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen, der ungenannt bleiben möchte, hat das Ölbild im Dezember bei Ketterer in München für rund vier Millionen Euro mit Aufgeld ersteigert und nun dem Von-der- Heydt-Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Es kommt aus der in mehreren Auktionen aufgelösten Kollektion des Brücke-Sammlers Hermann Gerlinger (F.A.Z. vom 4. Januar 2022), der es von dem mit ihm befreundeten Karl Schmidt-Rottluff er­­worben hatte. Von Ende Januar an wird es im Museum ausgestellt.