MESOP WATCH NEU: WEIHNACHTEN LOCKDOWN MIT PUTIN OFFENSIVE GEGEN EUROPA !?

30-11-2021 – DIE WELT – An der ukrainisch-russischen Grenze braut sich etwas zusammen. Schon rund 40.000 russische Kampfsoldaten haben sich in die Region begeben, ausgerüstet mit modernstem Material und Waffen für den Angriffskrieg. Immer mehr Einheiten rücken nach Westen vor. In den nächsten Wochen werde die Zahl der Soldaten auf 80.000 bis 100.000 steigen, fürchten der amerikanische und der ukrainische Geheimdienst.

Beide Nachrichtendienste halten es für möglich, dass Russlands Präsident Wladimir Putin Ende Januar einen Generalangriff auf die Ukraine  beginnt – mit dem Ziel, bald das gesamte Land in seiner Faust zu halten. Auch aus diesem Grund machen Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gegenwärtig immer wieder auf die Lage aufmerksam.

Wie soll der Westen reagieren? Verstärkt die Nato ihrerseits ihre Einheiten im Baltikum und entsendet Truppenteile nach Polen, könnte Putin in Zugzwang geraten und gegen die Ukraine losschlagen. Der Krieg wäre kaum noch zu bändigen. Sollte die Nato Kiew massiv aufrüsten, könnte ebenfalls das Gegenteil des Gewünschten eintreten und Moskau den Grund liefern, den es braucht, um das eigene Vorgehen zu rechtfertigen. Schweigen aber dürfen die Nato und Europa allerdings auch nicht. Täten sie es, würde Moskau dies als Schwäche werten und sich noch dreister benehmen. Was also bleibt zu tun?

Heute und morgen kommen die Außenminister der Nato zusammen, um über die Lage zu beraten. Ihre Sitzung sollte der Auftakt für schnelle Gespräche sein, an deren Ende ein harter Sanktionsmechanismus stehen muss. Noch vor irgendeinem weiteren Schritt, den Putin unternimmt, sollte ihm klargemacht werden, mit welchen Sanktionen und finanziellen Einbußen er bei einer weiteren Eskalation rechnen darf. Bereits im Dezember muss die russische Regierung um die Kosten wissen, die ein Generalangriff auf die Ukraine mit sich bringen würde – politisch, wirtschaftlich und finanziell.

Ein russischer Angriff würde nicht nur den Tod von Nord Stream 2 bedeuten, es würde Moskau durch einen langen Katalog von Sanktionen in eine schwere wirtschaftliche Not stürzen. Gleichzeitig würde ein solcher Angriff zu einer massiven Nato-Präsenz an der Ostgrenze der Allianz führen – ein Zustand, den Brüssel und Washington mit Rücksicht auf Moskau bisher stets vermieden haben.