| Das ist passiert: «Jeder, der es wissen wollte, konnte wissen, dass es in Afghanistan nicht gut läuft», sagt Hans-Ulrich Seidt. Er war von 2006 bis 2008 deutscher Botschafter in Kabul und reiste als langjähriger Chefinspekteur des Auswärtigen Amtes immer wieder ins Land. Besonders ärgert ihn die Aussage des deutschen Aussenministers Heiko Maas, alle hätten die Lage zuletzt falsch eingeschätzt. «Das stimmt nicht. Der deutsche Vize-Botschafter in Kabul beispielsweise hat seit Wochen gewarnt, dass sich da etwas zusammenbraut.» Markus Kaim, Sicherheitspolitik-Experte bei der Stiftung Wissenschaft und Politik, hält es für noch viel fataler, dass die Anzeichen der letzten 15 Jahre nicht erkannt wurden: «Es sind in Rekordzeit die Potemkinschen Dörfer deutscher Afghanistanpolitik zusammengebrochen.» |
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