MESOP NEWS INTEL : Sind Chemikalien aus Basel in Syrien für Massen­vernichtungs­waffen verwendet worden?

Ein ehemaliger syrischer General ist überzeugt: Mit Rohstoffen aus der Basler Chemie sei das Nervengift Sarin hergestellt worden. Der Investigativ­journalist Kurt Pelda ist diesen Vorwürfen nachgegangen. Hintergründe im Podcast «Apropos». Laura Bachmann, Kurt Pelda Publiziert: 27.07.2021, BASLER ZEITUNG

Chemikalien aus Basel wurden in Syrien angeblich in der Medikamentenproduktion eingesetzt. Doch vier Tonnen verschwanden. Ein syrischer Ex-General ist überzeugt, dass damit Massenvernichtungswaffen hergestellt wurden.

Regungslos liegen Kinder mit blauen Lippen auf Spitalbetten. Erwachsene Männer werden mitten auf der Strasse mit einem kräftigen Wasserstrahl abgespritzt. Es wird geschrien, man hört Sirenen. Es ist der 4. April 2017 in einer syrischen Stadt, kurz nachdem eine Rakete mit dem Nervengift Sarin auf Zivilisten niedergegangen ist. Es sterben mehr als 80 Menschen.

Knapp 3 Jahre zuvor, Ende 2014, liefert eine Basler Firma eine Menge Chemikalien in das bereits kriegsversehrte Syrien. Fünf Tonnen Isopropanol und 280 Kilogramm Diethylamin, welches für die Medikamentenherstellung verwendet werden soll. Doch laut Recherchen des «Tages-Anzeigers» verschwindet ein grosser Teil dieser Stoffe nach der Lieferung. Könnten die Schweizer Exporte zur Herstellung von Sarin verwendet worden sein, wie ein syrischer Ex-Militär aussagt? Also mit einem Kriegsverbrechen in Verbindung stehen?

Der Investigativ-Journalist Kurt Pelda erzählt im täglichen Nachrichtenpodcast «Apropos» von seinen Recherchen zu diesem Fall. Er reiste dafür nach Syrien und sprach mit verschiedenen Quellen – u. a. mit dem syrischen Ex-General, einem Insider. Dieser sagt, dass sich die Regierung in Damaskus exakt bei solchen Lieferungen aus dem Westen für die Herstellung von Chemiewaffen bediene. Gastgeberin und Fragestellerin ist in dieser Folge Mirja Gabathuler.