MESOPOTAMIA NEWS : DIESE RASSISTISCHEN BRITISCHEN KOLONIALISTEN HABEN DOCH TATSÄCHLICH DIE WITWENVERBRENNUNG IN INDIEN VERBOTEN! / WOKENESS IN UK

National Trust : Stümperhaft  / Ein Kommentar von Gina Thomas  – FAZ  29.05.2021-

Ein voreingenommener Aufsatz über Lord Curzon ist symptomatisch für die Politisierung beim National Trust. Konservative wollen dagegen ankämpfen – doch das könnte nach hinten losgehen.

Lord Curzon, Vizekönig Indiens in der Hochzeit des Empire, war ein begeisterter Anhänger des National Trust für historische Plätze und natürliche Schönheitsgebiete, auch weil ihm am Schutz der Umwelt lag. Seinem Wunsch entsprechend fiel sein neopalladianisches Anwesen Kedleston Hall, einer der prachtvollsten Landsitze Englands, an die Stiftung. Nun ist der konservative Staatsmann ein Paradebeispiel für den ungeschickten Umgang des National Trust mit dem Kolonialismus geworden.

Curzon galt als brillant, hochmütig und kompliziert. Sein politisches Vermächtnis in Indien ist durch die folgenschwere Teilung Bengalens und seine mangelnde Sympathie für das nationalistische Begehren belastet. Sein leidenschaftlicher Einsatz für die Erhaltung von Denkmälern, insbesondere des Taj Mahal, brachte ihm jedoch das hohe Lob von Nehru ein. Der indische Unabhängigkeitskämpfer und spätere Premierminister bescheinigte Curzon, er werde in Erinnerung bleiben, wenn jeder andere Vizekönig vergessen sei, weil er „alles Schöne in Indien“ restauriert habe.

Symptomatisch für die Politisierung und Verdummung

Umso heftiger der Zorn über die ebenso undifferenzierte wie vor Fehlern strotzende Bewertung auf der Website von Kedleston Hall, die Curzons „rassistische Ideologie“ hervorhob und mit dem Urteil eines Zeitgenossen endete, „nie einem derart gewissenlosen, unbarmherzigen und undankbaren Mann“ begegnet zu sein. Der biographische Aufsatz wurde inzwischen entfernt, die morgenländischen Objekte der Sammlung werden aber weiterhin pauschal als „Beutegut des Empire“ bezeichnet. Zu bemängeln ist nicht, dass der National Trust die Verbindung zu Kolonialismus und Sklaverei beleuchtet, denen viele Landhausbesitzer den Reichtum verdankten, mit dem sie ihre Anwesen finanzierten, sondern der stümperhafte und voreingenommene Ansatz.

Dieser ist symptomatisch für die Politisierung und Verdummung der 5,6 Millionen Mitglieder zählenden Stiftung, die ihr Profil im zeitgeistlichen Sinne der Inklusivität verändern möchte. Heute will eine konservative Gruppe, die sich Restore Trust nennt, bei der Jahresversammlung auf eine Rückkehr zur eigentlichen Mission des Bewahrens hinwirken. Einer von vier Anträgen ist bereits erfüllt worden: der Rücktritt des seit 2014 amtierenden Vorsitzenden Tim Parker.