MESOPOTAMIA NEWS : DAS VORDBILD EINER  MINISTERIN FÜR JUGEND & FAMILIE ALS BETRÜGERIN – MIT PRÄDIKAT summa cum laude verabschiedet. / Merkel hatte aber schon beim Rücktritt von Theodor zu Guttenberg wegen Plagiatsvorwürfen und beim Rückzug von Annette Schavan in einem ähnlichen Fall durchblicken lassen, dass sie auf andere Qualitäten am Kabinettstisch setzt als auf die von „wissenschaftlichen Assistenten“.

Giffeys Rücktritt : Abgang summa cum laude

  • Ein Kommentar von Jasper von Altenbockum  FAZ  – 19.05.2021- Es bleibt in der Giffey-Affäre der fahle Nachgeschmack, dass Täuschung bis ins Kanzleramt hinein als lässliche Sünde bemäntelt wird, gerade so, als sei man mal ohne Fahrkarte gefahren.

Etwas Besseres hätte Franziska Giffey gar nicht passieren können. Die Bundeskanzlerin – sie ist Mitglied der CDU – verabschiedet die SPD-Politikerin summa cum laude in den Berliner Wahlkampf, aus dem Giffey im Herbst als Regierende Bürgermeisterin herauskommen möchte. Die Töne, die Merkel nach Giffeys Rücktritt als Bundesministerin anschlug, waren so voll des Lobes, dass es fast schon als Unverständnis oder gar Verärgerung über die Gründe dieses Rücktritts gelesen werden kann.

Merkel hatte aber schon beim Rücktritt von Theodor zu Guttenberg wegen Plagiatsvorwürfen und beim Rückzug von Annette Schavan in einem ähnlichen Fall durchblicken lassen, dass sie auf andere Qualitäten am Kabinettstisch setzt als auf die von „wissenschaftlichen Assistenten“.

Giffey zieht Konsequenzen aus einem noch nicht ganz abgeschlossenen Fall. Mit einer Rüge wird das zweite Prüfungsverfahren, das sich mit Plagiatsvorwürfen beschäftigt, mutmaßlich nicht abgehen. Schon als sich die Freie Universität zu dieser Reparatur des ersten Verfahrens durchrang, entschied sich Giffey zur Flucht nach vorne und kündigte ihren Rücktritt als Ministerin für den Fall an, dass ihr Verstöße in ihrer Doktorarbeit nachgewiesen werden sollten.