MESOPOTAMIA NEWS : WIR MÜSSEN NICHT AFRIKA ZERSTÖREN – WIR KÖNNEN DAS AUCH HIER TUN ! GRABT DEN OBERRHEINGRABEN UM !

 Deutsche Vorkommen : Kommt das Lithium für die Elektroauto-Batterien bald vom Rhein?

  • Aktualisiert am 28.04.2021-09:28  FAZ – Die Nachfrage nach E-Autos wächst, die deutschen Hersteller rüsten um. Können sie künftig einen zentralen Rohstoff auch hierzulande beziehen?

Die wachsende Zahl von Elektroautos könnte einem exotisch anmutenden Projekt zum Durchbruch verhelfen. Wenn der Unternehmer Horst Kreuter Recht hat, müsste der für die Batterien der E-Autos nötige Rohstoff Lithium nicht länger aus fernen Regionen Südamerikas oder Australiens herangeschafft werden, sondern könnte aus Thermalwasser in der Tiefe des Oberrheingrabens gewonnen werden.

Kreuter, Mitgründer des Unternehmens Vulcan Energy Resources, sieht in dem geologisch aktiven Gebiet im Südwesten Deutschlands das größte Lithium-Reservoir in Europa und eines der größten auf der ganzen Welt. Nach Schätzungen von Geologen birgt die Region genug Lithium für mehr als 400 Millionen Elektroautos. Kreuters Unternehmen, das in Deutschland und Australien börsennotiert ist, arbeitet schon länger darauf hin, diesen Schatz zu heben.

„Das Lithium-Vorkommen, über das wir hier reden, ist gigantisch und von seiner Beschaffenheit ideal für unser Ziel, hochqualitatives Lithium im industriellen Maßstab in Deutschland zu gewinnen“, betont Kreuter. Bis zum Jahr 2024 könnten in zwei Anlagen 15.000 Tonnen Lithium-Hydroxid im Jahr gewonnen werden.

Auch EnBW ist dran

In der zweiten Phase ab 2025 plant das Unternehmen drei weitere Anlagen für ein Volumen von 40.000 Tonnen. Das wäre genug Lithium für die Batteriezellen von einer Million E-Autos. Die Investitionen belaufen sich laut Kreuter auf 1,7 Milliarden Euro. Bislang hat Vulcan Energy 75 Millionen Euro eingesammelt. Unterstützt wird das Start-up in der Entwicklung einer Pilotanlage vom australischen Investor Hancock Prospecting, dem zweitgrößten Aktionär von Vulcan Energy Resources.

Allerdings haben Geothermie-Verfahren auch ihre Risiken: Im Schwarzwaldort Staufen wurden im Jahr 2007 Hunderte Häuser beschädigt durch Risse, die durch eine missglückte Tiefenwasserbohrung verursacht worden waren. Dabei saugte eine Gesteinsschicht so viel Wasser auf, dass Gips entstand, der sich ausdehnte und die Erde anhob. „Überall, wo man neue industrielle Anlagen plant, muss man als Unternehmen zunächst Überzeugungsarbeit in den Kommunen leisten und die Bevölkerung informieren“, sagt Unternehmer Kreuter. Er hofft, Anwohner mit der Aussicht auf eine Versorgung mit regenerativer Energie zu stabilen Preisen gewinnen zu können.

Nach Einschätzung von Reg Spencer, Experte von Canaccord Genuity in Sydney, könnte der Schlüssel für ein profitables Produkt darin liegen, dass der Energieverkauf die Lithium-Produktion mitfinanziert. Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) geht davon aus, dass es Mitte des Jahrzehnts