MESOPOTAMIA NEWS „CONTAGION“!  : VOR 10 JAHREN SAH DIE ROT-CHINA KP-FÜHRUNG DEN HOLLYWOOD FILM UND SAGTE : „SO MACHEN WIR ES!“

„Contagion“ & die Briten : Die Briten impfen wie im Film

  • Ein Kommentar von Gina Thomas FAZ – 05.02.2021-09:22

Grinsend zum Corona-Test: Großbritanniens Gesundheitsminister Matt Hancock in der Teststation im Parlamentsgebäude.  – Zehn Jahre bevor das Coronavirus auftrat, setzte der Hollywood-Streifen „Contagion“ eine Pandemie in Szene. Zurzeit findet der Virusfilm viele neue Zuschauer. Der britische Gesundheitsminister gehört dazu. Er triumphiert gerade über die EU.

Von einem Ohr zum anderen strahlend, hat der britische Gesundheitsminister Matt Hancock gestanden, dass er sich bei der Beschaffung des Corona-Impfstoffes von dem starbesetzten Hollywood-Film „Contagion“ inspirieren ließ. Der Thriller des amerikanischen Regisseurs Steven Soderbergh malte vor zehn Jahren den Verlauf einer Virus-Pandemie aus – nach dem Vorbild einer Pandemie aus dem Jahr 1999, bei der ursprünglich Fledermäuse das Nipah-Virus übertragen hatten.

Das Katastrophenszenario hat von den rätselhaften Anfängen über die politischen Herausforderungen und den Wettlauf zu einem Impfstoff bis hin zu dem von Jude Law dargestellten Verschwörungstheoretiker frappierende Ähnlichkeiten mit der gegenwärtigen Krise. „Contagion“ gehört denn auch zu den online meistgesehenen Filmen seit dem Ausbruch des Coronavirus.

Hancock lief in dieser Woche wie ein Triumphator virtuell von einem Studio zum anderen, um den Aha-Effekt des Films auf ihn zu erläutern, mit dem schmunzelnden Vorbehalt freilich, dass dies nicht die „primäre Quelle“ seiner Handlungen gewesen sei. Dem tumultuarischen Gerangel um den Impfstoff habe er jedoch die Erkenntnis abgewonnen, dass die größten Herausforderungen nicht bei der Entwicklung eines Vakzins lägen, sondern bei der Rangfolge der Zuweisung.

Impfdosen als Lotteriegewinn

Im Film entscheidet eine Geburtstagslotterie über die Verteilung des rationierten Impfstoffes. Diese Szene hat auf Hancock besonderen Eindruck gemacht. Er erzählt stolz, wie sie ihn nicht nur veranlasste habe, die Mediziner „sehr früh“ mit dem Erstellen von Empfehlungen für die Prioritätensetzung zu beauftragen, damit diese im Vorhinein bestimmt werden konnte, sondern auch vertragliche Bedingungen zu stellen, die gewährleisten würden, dass jeder erwachsene Brite zwei Impfstoffdosen bekomme. Mit weniger hätte er sich nicht zufriedengegeben.

Zu diesem Zweck habe er auf ein britisches Produkt bestanden, das „zuallererst die Menschen im Vereinigten Königreich schützt“. Ferner habe er die ursprüngliche Bestellung von dreißig Millionen auf hundert Millionen Dosen erhöht, erklärt der Minister mit jener impfstoffnationalistischen Siegerallüre, die der zu langsam aus den Startlöchern gekommenen EU jetzt so zu schaffen macht.

Womöglich animierte auch die Nutzung einer Sporthalle zur Behandlung der Infizierten in „Contagion“ die britische Regierung dazu, Messehallen in Massenkrankenhäuser umzuwandeln. Dieser Schuss ging jedoch nach hinten los. Ein Politiker kann sich wohl nur leisten, das Bonmot von Oscar Wilde zu beschwören, dass das Leben die Kunst nachahme, wenn eine Maßnahme erfolgsgekrönt ist.