MESOPOTAMIA NEWS ANALYSIS – Iran ist in Syrien um dort zu bleiben !

Die neue US-Regierung muss Teheran in ihre Pläne einschliessen

Von Elizabeth Dent und Ariane M. Tabatabai FOREIGN AFFAIRS –Dezember 2020

Anfang vergangener Woche gaben irakische Regierungsvertreter bekannt, dass ein Luftangriff einen Kommandeur des iranischen Korps der Islamischen Revolutionsgarden getötet habe, als er am 29. November mit einer Waffenlieferung aus dem Irak nach Syrien eingereist sei. Die Nachricht kam nur wenige Tage, nachdem ein weiterer hochrangiger IRGC-Offizier, Mohsen Fakhrizadeh, der von Geheimdiensten seit langem als Drahtzieher hinter dem früheren verdeckten iranischen Atomwaffenprogramm angesehen wird, in der Nähe von Teheran ermordet wurde. Obwohl Israel charakteristischerweise geschwiegen hat, wird seine Geheimdienstorganisation weithin verdächtigt, beide Morde zu töten.

Iranische Regierungsvertreter machten Fakhrizadehs Tod schnell für Israel verantwortlich und versprachen Vergeltung. Aber sie haben sich geweigert anzuerkennen, dass ein Angriff auf IRGC-Truppen in der Nähe der irakisch-syrischen Grenze stattgefunden hat – geschweige denn einen, der einen hochrangigen Kommandanten tötete . Einen Tag nach der Ausstrahlung des Trauerzuges von Fakhrizadeh im Staatsfernsehen verhöhnte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums Berichte über die Tötung eines IRGC-Generals in Syrien als “Medienpropaganda”.

Der Iran hat gute Gründe, die Aufmerksamkeit nicht auf seine Aktivitäten in Syrien zu lenken. Das Regime hat seine Rolle in diesem Konflikt lange heruntergespielt. In den letzten Tagen haben sich amerikanische Analysten weitgehend darauf konzentriert, ob die versprochene Rache des Iran für Fakhrizadehs Tötung die Hoffnungen des designierten US-Präsidenten Joe Biden auf eine Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Iran zunichte machen könnte. Doch Teherans Engagement für Damaskus bleibt eine Gefahr für die regionale Stabilität. Die Spannungen zwischen dem Iran und Israel in Bezug auf Syrien eskalieren rapide und könnten die Biden-Administration dazu zwingen, dort kurz nach seinem Amtsantritt zu handeln.